Über die Kunst, gleichbleibend gute Qualität als Autor zu erzeugen

Heute will ich mich mal mit einem Metathema beschäftigen, das mich in den letzten Tagen etwas mehr beschäftigt hat. Sei es, aus Unzufriedenheit über einige meiner letzten Artikel, sei es, weil ich gerade wieder an einem Auftrag für die MMORE sitze. Wenn man sich die Szene anschaut, dann stellt man fest, dass viele Blogs die ersten 12 Monate nicht überleben, schlichtwegs einschlafen. Bei Hobbyblogs passiert das aus verschiedenen Gründen: man hat weniger Zeit, man hat sich dem Hobby abgewandt oder ähnliches. Oft spielt aber auch die Stoffarmut eine Rolle. Teilweise kann man das mit News Posting natürlich überdecken und seien wir ehrlich, jeder Blog, der wie 5SecRule darauf bedacht ist, macht das auf die ein oder andere Weise, mit mehr oder weniger kommentierender Beilage.

Aber dennoch ist es beim Bloggen wie auch beim Schreiben im Printbereich immer auch mein Wunsch gewesen, nicht nur immer das Gleich zu schreiben oder noch schlimmer, immer vom Gleichen abzuschreiben, sondern auch Dinge zu bringen, die es im Netz eben noch nicht gibt. Das gelingt teilweise gut (einige Eveguides sind ziemlich einmalig, aber eben auch weil es eine Nische ist), teilweise aber auch nicht, weil es natürlich sehr viele Seiten gibt, die ebenfalls dieses Thema behandeln. Das gilt natürlich speziell für alle WoW Themen. Der nächste Punkt sind Metathemen wie das Bloggen, aber auch Sachen wie Metagaming, konzeptionelle Ideen zum Thema Gameplay, Strategie und ähnlichem Auf meinem alten Blog hatte ich mal eine Reihe zum Thema Force Multiplyer im MMOs angefangen, was mir an sich sehr gut gefallen hat. Da damals aber der Wechsel des Blogs kam, ist die Serie auf halber Strecke leider steckengeblieben.

Ein anderes Problem ist: nicht nur die Themenwahl und -gestaltung sind oft schwierig, es ist mindestens ebenso anspruchsvoll, das Ganze immer in einer sprachlich guten und nachvollziehbaren Qualität zu liefern. Faktisch ist es natürlich unmöglich, immer einen Qualitätslevel zu halten. Im Onlinemedium ist das insofern noch krasser als etwa im Printbereich, weil wir in Eigenregie schreiben, also ohne Lektor oder Chefredakteur, der alles absegnen muss.

Die Frage ist nun also, was kann man tun, um diese Probleme zumindest ansatzweise in den Griff zu bekommen? Zum einen bin ich ganz froh, dass wir uns hier die Last teilen, denn so kann man mal einen Tag komplett rausgehen und nichts schreiben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Das bedeutet also: wenn man partout nicht will, dann sollte man auch mal im Spargang fahren und nicht versuchen, es zu erzwingen. Der andere Punkt ist der, dass man sich Inspirationen von allen Quellen her holen sollte, derer man habhaft werden kann. Das bedeutet also nicht nur aus eigenem Erlebten schöpfen, sondern auch mal über den Tellerrand schauen. Diskussionen aufzugreifen kann ein sehr probates Mittel sein, um wieder frischen Wind  in die Segel zu bekommen.

Für mich bedeutet das: ich werde meine alten Blogs mal sichten, um zu schauen, ob ich altes Material neu aufbereiten kann. Außerdem und das ist mir auch sehr wichtig, gerade für die Eve Sektion, die ja in gewisser Weise auch eine Liebhaberei von mir ist: schickt mir Feedback, was ihr gerne lesen würdet. Natürlich kann ich mir keine Battlereports aus den Fingern saugen, wenn nix passiert. Aber ich denke, ihr versteht schon, was ich meine. Gleiches gilt natürlich auch für andere Sektionen, keine Frage.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+