Big Brother is constantly checking your Identity – Sony patentiert neues Verfahren zur Identitätsprüfung

Das Problem ist so alt wie die Computertechnologie selbst. Es ist schwer bis unmöglich festzustellen, wer ein Gerät gerade benutzt. Es gibt zwar Passwörter oder Fingerabdrucksensoren, ist man aber einmal eingeloggt, kann das Gerät an jeden x-beliebigen User weitergegeben werden. Sony hat sich jetzt eine Technologie patentieren lassen, die jederzeit weiß, wer ein bestimmtes Gerät zu einem bestimmten Moment benutzt.

Die Idee
Das von Sony entwickelte System bedient sich der biometrischen Daten der User, also Fingerabdrücke, Gesichtserkennung, Handsensoren, Iris-Scanner, Stimmmusteranalysen und DNA-Analysen. Mit bestimmten Sensoren an den Geräten kann so jederzeit festgestellt werden, welcher vorher registrierte User ein Gerät – beispielsweise eine Playstation – benutzt. Der Nutzer bekommt davon so gut wie nichts mit, die Daten werden an benutzungsspezifischen Stellen des Geräts, also etwa am Controller oder der Maus, ausgelesen.

Der Nutzen für die Unternehmen
Wie oben angesprochen, verwenden oft mehrere User ein einmalig freigeschaltetes Gerät. Betrachtet man beispielsweise die PS Vita, kann das Gerät nur für einen Benutzer freigeschaltet werden und anschließend von jedermann genutzt werden. Sony möchte aber genau wissen, wer gerade ein bestimmtes Gerät benutzt, um zum Beispiel speziell auf den User zugeschnittene Werbeangebote zu präsentieren. Auch soll sichergestellt werden, dass nur derjenige, der für gewisse Inhalte bezahlt hat, diese auch zur Verfügung gestellt bekommt.

Der Nutzen für die User
Auf den ersten Blick wird der Nutzen für die User nicht unbedingt deutlich, für viele ist diese permanente Form der Überwachung der User-ID ein absolutes No-Go. Allerdings gibt es auch Anwendungen, wo die von Sony patentierte Technik der Sicherheit des Users dient. Man denke beispielsweise an Online-Banking, wo eine kontinuierliche Abfrage der Nutzer-ID von unschätzbarem Wert ist. Auch beim Online-Poker könnte ein kontinuierlicher Check der ID von Nutzen sein. In der Vergangenheit gab es immer wieder Skandale, einmal wurde ein Spieler beispielsweise via Trojaner gehackt und er verlor über 115.000 Dollar. Eine recht gute Anleitung, sich auch ohne das neue Patent von Sony vor solchen Angriffen zu schützen, findet sich hier.

Fazit
Die von Sony entwickelte Technik ist Fluch und Segen zugleich.  Wer will schon eine ständige Identitätsüberprüfung durch große Unternehmen? Die Aussicht auf  noch spezieller zugeschnittene Werbeangebote und noch schärfere Anti-Piraterie-Maßnahmen ist nicht unbedingt das, was sich die Nutzer sehnlichst wünschen. Allerdings bietet die Technologie insbesondere bei sicherheitsrelevanten Anwendungen enorme Vorteile gegenüber dem herkömmlichen „Einmal einloggen und gut ist“-Verfahren.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+