Let’s Test: XCOM – Enemy Unknown – Review Video – Ein erstes kleines Fazit

Sommer anno 1994: Sleth sitzt an seinem Amiga 500, wechselt wie wild zwischen vier Disketten hin und her. Draußen ist der perfekte Hochsommer, doch Drinnen herrscht der Krieg gegen die Alien-Invasion. Schon damals habe ich das Original, UFO – Enemy Unknown, aus dem Hause MicroProse wochenlang gesuchtet. Darum war ich um so gespannter, wie Firaxis den rundenbasierten Spieleklassiker wiederaufleben lässt. Denn bisweilen sind alle Fanprojekte und Spinoffs (wie Aftermath, Aftershock und Afterlight) nach dem zweiten Teil, UFO – Terror from the Deep, eher kläglich gescheitert. Und nun ist es endlich draußen, „XCOM – Enemy Unknown“, und damit höchste Zeit für einen kleinen Testbericht, denn ich konnte nicht widerstehen und hab das neue XCOM direkt für den PC angespielt.

Und in der Tat kommt das neue XCOM – Enemy Unknown ganz klassisch daher: Schon im Tutorial lernt man, wo der Hase später lang läuft. Die XCOM-typische isometrische Sicht, rundenbasierte Spielzüge und begrenzte Bewegungspunkte lassen sofort ein altbekanntes UFO-Feeling aufkommen. Doch an der Präsentation hat sich so einiges getan: Full-HD, kurze Video-Zwischensequenzen und natürlich voll vertonte Missionsbesprechungen runden die neuzeitliche Präsentation des Klassikers ab. Und dann stehen wir auch schon den ersten Aliens gegenüber:

Kleine graue Männchen, die spätestens Zeit Akte-X jeder kennt, versetzen die ganze Welt in Angst und Schrecken. Diese Sektoiden haben auch schon im ’94er UFO den Spieler auf Trab gehalten. So auch heute in XCOM. Ebenso haben die Eindringlinge wieder PSI-Fähigkeiten. Mit dieser Form der Gedankenkontrolle können die Aliens wieder Zivilisten und unsere Soldaten kontrollieren. Gegen unseren Willen versteht sich. Das ist nicht neu, gab es auch schon damals. Ein paar Runden später haben wir alle Aliens eleminiert, was bedeutet: Rückflug zur Basis. Denn auch hier sind unsere taktischen Entscheidungen gefragt.

Denn wie im Klassiker müssen wir uns auch in XCOM um den weiteren Ausbau unserer Basis kümmern. Das beinhaltet neue Gebäude wie Forschungslabore und Werkstätten bauen, Soldaten rekrutieren und ausrüsten, aber auch Aliens und deren Technologie erforschen und adaptieren. Am besten fängt man dazu natürlich lebende Aliens, um diese zu befragen. Ach halt, dazu muss man natürlich erst einen Hochsicherheits-Befragungsraum und eine Teaser-Waffe erfinden und bauen.

Das kommt Euch alles bekannt vor? Japp, das gab es auch schon alles in UFO – Enemy Unknown. Kein Wunder, denn die Macher von Firaxis sind selbst Hardcore-Fans des Originals und haben in jedem Entwickler-Tagebuch verdeutlicht, das XCOM – Enemy Unknown die Serie nicht komplett neu erfinden wird. Stattdessen ist XCOM, nunja, ein HD Remake. Wer mal die Special Edition von Monkey Island gespielt hat, weiß ungefähr was ich meine. Nix neues, aber ein ultra geiles Spiel zeitgemäß präsentiert. Da können Veteranen der ersten Stunde in Erinnerungen schwälgen und Spieler, die das Original damals verpasst haben, sich über ein gutes neues Spiel freuen.

Ich für meinen Teil habe UFO geliebt und finde gerade deswegen XCOM genial. Ich würde mich freuen, wenn sich so mancher Hersteller davon eine Scheibe abschneiden würde und so mancher Klassiker im neuen Gewand neu aufleben würde. Syndicate, Wing Commander, Beneath a Steel Sky oder meinetwegen auch History Line wären ein paar Klassiker, denen ein neuzeitliches Gewand in einer 1:1 Umsetzung sicher gut stehen würde.

Das erste XCOM – Enemy Unknown Gameplay Video mit der Tutorial Mission „Teuflischer Mond“ gibt es direkt hier, die anderen (folgenden) Let’s Play XCOM Videos findet Ihr dann später direkt auf YouTube in der XCOM-Enemy Unknown-Playlist.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+