The Long Dark auf der E3

Pünktlich zur E3 trumpft Entwickler Hinterland mit neuen Infos zur Entwicklung ihres Survival-Krachers The Long Dark auf. Dazu gibt es einen brandneuen Trailer für die Xbox-Version, in dem allerdings auch nur Ingame-Szenen verwurstet werden. Warum sich das Spiel lohnt, verraten wir hier.

Clevere Survival-Games sind gerade schwer in Mode. Indie-Schmieden, die reine Survival-Konzepte mit diffizilen philosophischen Ansätzen mischen (Stichwort: This War Of Mine), sichern sich mit ihren Games die Gunst von Fans und Kritikern. Wer allerdings auf Steam die (Early-Access-)Survival-Spiele wie DayZ, Nether oder H1Z1 genauer unter die Lupe nimmt, wird feststellen, dass die Bewertungen und User-Stimmen nach anfänglicher Euphorie doch in auffälliger Zahl ins Gegenteil umschlagen. Im Falle von DayZ, einem Open-World-Spiel mit Suchtfaktor, gingen die Spielerzahlen in den vergangenen Monaten aufgrund verschleppter Updates und einer im Vergleich zum Erfolg ungerechtfertigt langsamen Entwicklung stark zurück. Eigentlich gibt es nur noch einen vergleichbaren Survival-Titel, der sich noch immer über uneingeschränkt positive Reviews freuen darf – und das ganz ohne Zombies, Kannibalen oder fiese Mitspieler.

Worin liegt der Reiz von Survival-Games?

Der Mensch ist ein Spieler: Er legt geistige Höchstleistungen beim Schach an den Tag, versucht sein Glück beim Pokern und hangelt sich in Videospielen von Level zu Level. Und heute ist es so leicht wie nie zuvor, seiner Spielleidenschaft zu frönen. Dank Free-to-Play-Titeln, Browser Games und Online-Casinos ist das nächste Spiel nur einen Klick entfernt. Einen Casino-Gutschein findet man überall im Internet – zum Beispiel hier. Was aber, wenn ein Spiel nicht nur der Zerstreuung dienen soll? Wenn es nicht nur konzipiert wurde, um Spaß zu bringen und schnelle Erfolge zu garantieren? Eine extrem große Zahl von Gamern geißelt sich derzeit mit Spielen, in denen man im wahrsten Sinne des Wortes nur verlieren kann. Man friert, die Füße tun einem weh, die Lebensmittel sind stets knapp und zu allem Überfluss hat man sich auch noch in der Wildnis verlaufen. Ein Schauder läuft einem über den Rücken, wenn man aus der Ferne das Heulen der Wölfe vernimmt. Ein solches Spiel ist The Long Dark.

Abgestürzt in den endlosen Borealen Nadelwäldern Kanadas, mit ein paar Bandagen, zur Neige gehenden Lebensmitteln und unzureichender Kleidung ausgestattet, kämpft man sich in The Long Dark von Unterschlupf zu Unterschlupf. Man entdeckt verlassene Holzfäller-Camps, balanciert über eine zum Teil eingestürzte Eisenbahnbrücke und legt sich in Hochsitzen mit Pfeil und Bogen auf die Lauer. Stete Begleiter sind dabei der Hunger und die Kälte. Die Spieler wissen, dass die Natur irgendwann die Oberhand gewinnen wird. Wölfe, Bären, extreme Schneestürme und unbarmherzig kalte Nächte sorgen schon dafür. Der Reiz liegt in der Frage, wie lange man überleben kann und was man auf seiner Exkursion alles entdeckt. Das Game, das momentan nur im Sandbox-Modus spielbar ist, wird nun auch für die Xbox One adaptiert. Das wurde im Rahmen der diesjährigen E3 mit dem neuen Konsolen-Trailer bestätigt. Ein echter Gewinn für die Konsole.

Bild: © istock.com/Anikin4

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+