Random Raids mal anders – der GDKP Run

Der eine oder andere Leser wird die Bezeichnung GDKP schon einmal gehört haben. Dabei handelt es sich um nichts anderes als das Verkaufen von Items in einem Raid gegen Gold, allerdings erfolgt der Verkauf nicht durch den Raidleader alleine sondern zu Gunsten der übrigen 24 Leute im Raid.

Angelehnt ist das in der Systematik etwas an die bekannten Nullsummen DKP Systeme, wo die Punkte, die der Erwerber ausgibt, zu gleichen Teilen den anderen Anwesenden gutgeschrieben wird. Das Problem bei Random Runs ist aber eben, dass DKP Systeme hier nicht wirklich funktionieren aufgrund der Tatsache, dass die Gruppe ja eben nicht fest miteinander spielt. Die beliebteste Alternativ sind dann verschiedene Rollsysteme. Sei es vom Free for all, eine Beschränkung auf einen Loot pro Run oder aber Mainspec vor Zweitskillung. Nicht zu vergessen die Jokerroll Systeme, bei dem jemand einmalig 100-200 würfeln darf. Das Problem bei solchen Runs ist oft, dass die Leute, die in solchen Gruppen dabei sind, wenig Erfahrung und relativ schlechtes Gear haben. Mit anderen Worten: es ist oft zweifelhaft, ob man die ID hier sinnvoll verwendet.

GDKP schafft hingegen auch Anreize für Spieler, die bereits alles haben oder nur ein Item benötigen, denn man kann sich auf einfache Weise etwas Gold dazu verdienen. Auf Blackrock Horden Seite werden solche Runs von einem meiner Gildenmates organisiert, gestern hatte ich dann das erste Mal das Vergnügen, daran teilzunehmen, weil ich für den heutigen zweiten Gildenrun nicht eingeplant war/bin. Ergo habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und meinem an sich immer am Hungertuch nagenden Krieger etwas Gold zugeschoben, um zumindest etwaige Schnäppchen zu schießen. Wobei Schnäppchen hier relativ zu verstehen ist, immerhin liegt das  Startgebot bei 1000 Gold.

Die Gruppe war relativ stark (wenn auch eher, wie zu erwarten, im Bereich Numbers als im Bereich Movement und Übersicht) und so kamen wir bis Festergut, den wir im dritten Try legten (nebenbei erbrachte ich mit Mesh den Nachweis, dass mein Tank jedenfalls bis Putricide einschließlich ICC fest ist). Als Auszahlung für den verkauften Loot gab es dann für jeden Teilnehmer, der bis zum Ende dabei blieb, vom Lootmaster knapp über 2.300 Gold. Bedenkt man, dass ich in der Tat mein Schnäppchen schießen konnte (in Form eines 264er Set Tokens für schlappe 1600 Gold), hatte ich immer noch 700 G Gewinn gemacht, relativ viele Marken rausgeholt und mich in der Zeit nicht gelangweilt. Rundum coole Sache also.

Wer nun meint, das Ganze sei aber riskant, weil der Lootmaster ja abhauen könne. Dem ist nicht so. Es gibt eindeutige Posts und GM Aussagen, dass Lootmaster, die mit dem Pot abhauen, als Scammer gelten, mit der Folge, dass das Gold ausgezahlt und der Scammer gebannt wird. Das gilt natürlich nur, wenn die Regeln eindeutig vorher angesagt werden. Faktisch ist es daher so, dass GDKP Runs im Wesentlichen frei von Ninjaloots durch PMs ablaufen, weil a) jeder ein Interesse an deren Erfolg hat und b) so Aktionen wie das bei anderen PMs teilweise üblich ist, nämlich anzusagen, dass man in kleinen Instanzen alles einsammelt und dann verteilt, ausbleiben. Denn hier scheint es immer wieder dazu zu kommen, dass sich jemand auf Kosten von 24 anderen mit 4 Trophies in PDK ausstattet.

Zu guter Letzt: GDKP Runs sind in der Regel nicht geeignet, grüne Twinks auf Epic Niveau zu boosten (ich denke, hier müßte man schon quasi eine hohe Summe als Zahlungsgarantie veranschlagen, um das Durchschleifen zu rechtfertigen). Zielgruppen sind eher Leute, denen noch 1-2 Items fehlen, Leute, die wegen des Goldes mitkommen und Leute die viel Gold und einen minimal unterequippten Twink haben, den sie gearen wollen. Zu guter Letzt natürlich auch PVPler, die PVE Waffen/Trinkets haben wollen (gerade Brynntroll und Deathbringer’s Will sind hier Cashcows). Wie oft macht es hier der gute Mix, nur Leute, die Gold verdienen wollen, sind ebenso schlecht wie lauter Leute, die nur 1-2 Items brauchen (denn dann geht man u.U. mit sehr wenig Gold raus). Viele Käufer ist natürlich im Zweifelsfalle gut, aber unrealistisch, wenn man keine Kompromisse bei der Raidleistung in Kauf nehmen will.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+