Eve Online – ein Guide zum Thema Dronen und Dronenskills

Heute will ich mal ein Thema aufgreifen, das eigentlich nahezu jeden Podpiloten in Eve betrifft. Und doch gibt es viele, die hier nur rudimentäre Kenntnisse haben, werden Dronen doch in der Regel eher als Beiwerk wahrgenommen. Dass dem nicht so sein muss, sieht man am besten natürlich an den Schiffen mit Dronenboni. Aber auch für normale Schiffe sind Dronen oft unabdingbar und das Fehlen einer Dronenbucht ist etwa auf der Zealot ein gewichtiger Grund, warum dieses Schiff fast nie solo eingesetzt wird. Es kann sich nämlich mangels Dronen keine Frigates und deren T2 Äquivalente vom Hals halten, die das Tracking der Laser unterfliegen.

In vielen Allianzen gibt es den Grundsatz, dass vor dem Einsatz von Battleships bestimmte Skillvoraussetzungen zu erfüllen sind. Eine davon ist oft, dass vernünftige Dronenskills vorhanden sind. Doch welche Fähigkeiten lohnen hier und welche sind eher unwichtig? All diese Fragen will ich heute mal strukturiert und hoffentlich vollständig beantworten.

Die vier Racial Drones und die Spezialisten

Jeder Rasse ist eine Gruppe von Dronen zugeordnet. Wenn man T1 Dronen nutzt, merkt man dies nicht, wer jedoch T2 Dronen einsetzen will, merkt dies an den Dronenspezialisierungen. Für T2 Light Drones muss der Spec Skill auf 1, für Mediums auf 2 und für Heavies auf 4 gezogen werden. Jeder Skilllevel liefert 2 % zusätzlichen Schaden für die hiervon betroffenen Dronen. Interessanterweise sind die Sentry Dronen von den Spezialisierungen nicht betroffen, für den Einsatz von T2 Sentries benötigt man lediglich Sentry Drone Interfacing 5.

Doch welche Dronen gehören nun zu einem Volk? Auf den ersten Blick kann man das erkennen an der Schadensart: Gallente Dronen (Hobgoblins, Hammerheads und Ogres) machen Thermalschaden, Caldari (Hornet, Vespa, Wasp) Kinetik, Minmatar (Warrior, Valkyrie, Berzerker) Explosiv und Amarr Dronen (Acolyte, Infiltrator, Praetor) EM Schaden. Die absehbare nächste Frage: welche soll man nun nehmen? Der EFT Warrior nimmt IMMER Gallente Dronen, denn diese haben den höchsten Schadensmodifikator. Allerdings sind die Gallente Dronen auch die langsamsten. Speedfreaks greifen zu Minmatar Dronen und in der Tat sind Warrior IIs der Schrecken einer jeden Frigate. Allerdings ist der Schaden der Minmatar Dronen doch etwas schwächer und gegen Schildtanks noch ungünstiger, weil die eine natürlich hohe Resistenz dort haben. Dafür gilt allerdings umgekehrt oft, dass eine Gruppe Valkyries gegen amorgetankte Battleships trotz des schwächeren Modifiers mehr Schaden machen als die Hammerheads. Ein Mittelding sind die Caldari Dronen. Die benutzt fast keiner, weswegen sie relativ billig sind. Allerdings haben sie sehr viele HP (und vor allem Schildhp, die sich in der Dronenbucht wieder aufladen) und einen Schadensmodifikator, der zwischen den beiden anderen Alternativen liegt. Schließlich sind sie etwas fixer unterwegs als die lahmarschigen Gallente Dronen. Und was ist mit den Amarrdronen? Nichts ist! Es gibt eigentlich absolut gar keinen Grund, diese einzusetzen. Denn sie sind langsamer als die Minmatar Dronen und haben den schwächsten Damage überhaupt. Gegen Thermal/EM anfällige Gegner sind Gallente Dronen deutlich stärker. Gegen schnelle Gegner im PVP sind Warrior wie gesagt erste Wahl.

Aus diesen Gründen skillen die meisten Piloten lediglich 2 Spezialisierungen: Gallente für maximalen Schaden und Minmatar für schnellere Dronen. Viele Piloten nutzen etwa bei schweren Dronen gerne Berzerker, weil diese viel schneller beim Ziel sind als die wirklich langsamen Ogres, die auf dem Papier mehr Schaden machen. Dies macht sich auch dann bemerkbar, wenn man den Rückzug antreten will und die Wahl hat, die Dronen entweder stehen zu lassen oder zu warten, bis sie wieder bei einem angekommen sind.

Sentry Dronen, sind wie schon angedeutet, ein Sonderfall. Auch hier sind die Dronen der jeweiligen Rache entsprechend den Schadensarten zugeordnet. Allerdings unterscheiden sie sich auch und vor allem in ihrer Reichweite. Gardes sind hier die Wahl, wenn man maximalen Schaden auf kürzere Distanz haben möchte, sie haben auch den besten Trackingspeed. Wer weiter hinaus möchte, etwa beim Beschuss von Possen oder weil er einfach nicht mit einem Nahkampf rechnet, der sollte sich die anderen Dronen anschauen und je nach Reichweite entsprechend wählen. Am beliebtesten sind aber wie gesagt die Gardes und die Bouncer Sentries.

Ein weiteres Spezialfeld sind die Ewar Dronen. Hier gilt: 90 % der Optionen sind nutzlos. Die einzige Ausnahme sind ECM Dronen. Eine Gruppe EC 300 Hornets hat schon so manchem Solokünster die Haut gerettet und auch Carrier habe ich schon mehrfach ECM Dronen rauswerfen sehen, um sich einem Tackle zu entziehen. Gerade gegen Schiffe mit schlechterer Sensorstärke wie Frigs oder Cruisern ist die Chance sehr groß, zügig einen erfolgreichen Jamcycle zu bekommen. Ist man vorher bereits aligned, kommt man in der Regel weg und verliert nur einen Satz wirklich billiger EWAR Dronen.

Als letztes bleiben dann noch Logistic Dronen, mittels denen man freundliche Ziele per Shield oder Armortransfer reparieren kann. Sehr beliebt sind diese etwa in den Alliance Tournaments, wo Beschränkungen verhindern, dass mehr als ein Logistic Ship eingesetzt wird. Um dieses dann am Leben zu halten, beschützt man es mit einem Schwarm von Logistic Dronen. Ein anderes Anwendungsgebiet sind beispielsweise die außer Mode gekommenen Remote Repair BS Gangs. Deren Schwäche ist die geringe Reichweite von Remote Repair Modulen (einzig Carrier und Logistics haben Boni, die deren Reichweite massiv erhöhen). Sind aber ein paar Dominix in der Gang, die Heavy Maintenance Bots benutzen, kann man damit auch mal Leute retten, die außer Reichweite gedriftet sind (oder noch approachen müssen nach einem Jump durch ein Gate). Ein anderer Anwendungszweck sind Sniper Fleets, die gerade auf einem Safespot sitzen. Sniper können oft ohnehin nur schwer Dronen im Kampf einsetzen wegen der hohen Reichweiten und der ständigen Positionswechsel. Sitzt man dann auf einem Safe, kann man mittels Bots die Kampfschäden beseitigen.  Allgemein würde ich jedoch eher abraten von der Verwendung von Maintenance Bots im normalen Fleet- und Gangalltag.

T1, T2 und Faction Drones

Mittlerweile gibt es eine relativ große Auswahl an verschiedenen Modellen derselben Baureihe. Neben T1 und T2 existieren noch Faction Dronen sowie Augmented und Integrated Modelle. Letztere sind sehr teuer und daher eigentlich kaum in Gebrauch. Hingegen sehr oft in Gebrauch sind T1 Dronen. Für einen Anfänger ist das auch ok, aber wer ernsthaft PVP machen möchte, sollte sich zumindest T2 Hobgoblins und Hammerheads besorgen und diese aucn nutzen können. Denn der Leistungssprung ist enorm, einerseits im Schaden, andererseits aber auch in der Haltbarkeit der kleinen Helfer. Faction Dronen sind eher Exoten, in der Regel machen diese etwas weniger Schaden als die T2 Äquivalente, sind dafür aber stabiler. Ob sich der Preis von 20-40 Millionen pro Fünferpack lohnt (die Dronen sind nur über den Factional Warfare LP Store erhältlich) muss jeder selber wissen. Ich persönlich investiere dann lieber in Faction Heatsinks oder Tackle (Web/Point).

Zusammenstellung des Dronenhangars

Wenn man nun sein Schiff gefittet hat, stellt sich die Frage, welche Dronen man einpacken soll. Einfach ist dies bei Schiffen, die 25m³ oder weniger Dronenraum haben. Dann stopft man den Dronenhangar voll mit T2 Light Drones oder, wenn man solo unterwegs ist, eventuell mit Hornet EC 300 (ECM Drones). Ich nehme eigentlich fast immer Warrior II in einem solchen Falle mit, um mir lästige Tackler vom Leib zu halten. Hat man einen Webber an Bord, kann man aber auch daran denken, Hobgoblins einzupacken.

Fliegt man eine Harbinger oder einen anderen Battlecruiser mit 50 m³, wird die Auswahl etwas komplizierter. In Gangs nutze ich in der Regel 5 Hammerheads oder, wenn ich meinen Schaden besser streuen will, Valkyries. Solo oder in kleinen Gruppen lade ich aber wegen des schlechten Trackings von Lasern immer einen Satz Warrior. Mittlerweile sieht das dann so aus, dass ich 2 Hammerheads einpacke und 6 Warrior, so dass ich gegen größere Ziele einen etwas stärkeren Punch habe als mit 2 Sätzen leichten Dronen, die ich früher immer drin hatte. Alternativ: 5 Warrior, 5 ECMs.

Die nächste typische Größe sind dann die 75 m³ bei den Battleships. Hier gibt es im Wesentlichen zwei Denkschulen. Entweder maximalen Damage, was in der Regel 2 Ogre II, 2 Hammerhead II und 1 Hobgoblin bedeutet oder aber eine ausgeglichene Mischung bestehend aus 5 leichten und 5 mittleren Dronen. Bei mir sind im Fleet BS eigentlich immer 5 Warrior und 5 Hammerheads dabei, seltener 5 Valkyries.

Spannender ist die Frage, was man auf Schiffen mit 125 m³ Dronenbucht macht. Gute Beispiele für beliebte Fleetschiffe sind die Armageddon und die Megathron. Es gibt hier, wie so oft, verschiedene Ansichten. Zunächst wird immer wieder gerne diskutiert, ob man einen Satz Warrior IIs für leichtere Gegner an Bord haben soll oder 5 Sentries oder Heavy Drones einpackt. Ich persönlich ziehe ersteres vor. Ich habe so oft erlebt, dass wir uns mit Frig und Nano Cruiser Schwärmen geprügelt haben, wo die Warrior einfach sehr gut sind. Das ganze hängt aber auch ein wenig davon ab, wie die Gang gemischt ist. Je mehr Hacs/BCs und leichteren Kram man dabei hat, desto eher kann man auf die Warrior verzichten. Ist man hingegen solo unterwegs, führt absolut kein Weg an den kleinen Helfern vorbei. Die andere Frage ist: Heavies oder Sentries. Die Frage kann man eigentlich nur mit einem Blick auf das eigenen Schiff beantworten. Kernregel: je mobiler man selber ist, desto eher nimmt man Heavy Drones. Ein Megapilot wird daher zu 90 % der Fälle Ogres oder Berzerker dabei haben, weil er fast jedes Ziel approachen muss. Fliegt man hingegen eine Geddon, wirds etwas schwieriger. Oft habe ich ohnehin keinen Speedmod auf dem Schiff. Das heißt: ich bleibe stehen, werfe die Dronen raus und laser im Stand alles mit den 45 km Scorch Linsen weg. In dem Fall sind Sentries super, denn die liefern wie meine Geddon sofort Schaden. Außerdem ist man nicht so empfindlich gegen Smartbombs, was etwa gegen Carrier oft sehr hilfreich ist.  Allerdings: man muss aufpassen, dass man nicht wegslowboatet, sonst darf man zurückdackeln oder muss die recht teuren Sentries aufgeben.

Geschwindigkeit ist ein gutes Thema. Viele Piloten nutzen Ogres für maximalen Schaden. Ich neige dazu, nach meinen eigenen Erfahrungen, um diese Schnecken einen großen Bogen zu machen. Denn bis die Ogres am Ziel angekommen sind, ist das Ziel oft schon aufgeraucht worden. Andererseits, das muss man zugeben, ist der Alpha von 5 Ogres einer Ishtar oder Domi schon ziemlich finster, dafür, dass es „nur“ Dronen sind. Letztendlich gilt hier wie bei allen Fittingfragen: Hirnschmalz anschalten und überlegen, in welchen Situationen man üblicherweise kämpft und welche Situationen dem eigenen Schiff Schwierigkeiten macht. Fliegt man etwa ein Solo BS mit einem Heavy Neut kann man eher mal auf leichte Dronen verzichten, weil man mit dem Neut 80 % der leichten Schiffe schlichtwegs leer machen, was nur mit gekonntem Einsatz von Capboostern (die sauber getimet werden müssen) oder mittels Nos gekontert werden kann. Andererseits war ich damals, als ich mit meiner Abaddon zwei Recons zerrupft habe, sehr froh über meinen Dronenmix von 5 Warrior und 5 Hammerheads. Die Warrior waren perfekt, um die Heretic zu vertreiben während die Hammerheads in die thermale Resilück der Amarr T2 Schiffe reinballerte (egal ob Armor oder Shieldtanked).

Skills to make them work

Ohne Skills geht in Eve nichts. Schon gar nicht der Einsatz von Dronen. Glücklicherweise ist der Grundstein hier relativ fix gelegt. Anfangs gilt es, zunächst mal mittels Drones die Option auf 5 Dronen im Space freizuschalten. Den Skill zieht man also relativ fix auf 5 hoch. Damit die Dronen auch Ziele angreifen, die nicht in Kuschelreichweite rumwuseln, ist der nächste wichtige Skill Scout Drone Operations. Maximal 45 Kilometer Reichweite reichen erstmal für den Anfang, aber Level 5 sollte es auch hier schon sein. Wenn man dies hat, liegt der erste Grundstein schon einmal. In der Folge steht Drone Interfacing auf dem Programm. Ziel sollte hier Level 4 sein, jeder Skilllevel erhöht den Dronenschaden der betroffenen Dronen um 20 %. Combat Drone Operations ist ein anderer Skill, der den Schaden von Light und Medium Drones erhöht, aber nur um 5 %. Ebenfalls auf 4 ziehen. Drone Navigation und Sharpshooting auf 3, besser auf 4 sind ebenfalls Pflichtskills, denn die eine kürzer Flugzeit bedeutet mehr Time on Target (und die Möglichkeit, schnelle Ziele überhaupt zu fangen) , mehr Tracking wiederum mehr Reichweite und höhere Chancen gegen schnellere Ziele.

Wer nun Scout Drone Operations und Drones auf 5 hat, kann noch fix die jeweilige Spec lernen und verfügt so über den Zugang zu den jeweiligen T2 Dronen. Spätestens jetzt sollte man sich auch Drone Durability auf 3-4 gönnen, da größere Verluste bei T2 Dronen auf Dauer doch etwas ins Geld gehen.

Ob man nun noch Heavy Drones und Sentries skillt, hängt von den eigenen Ambitionen ab. Fliegt man Gallente Dronenboote, dann unbedingt ja. Fliegt man wie ich gerne eine Geddon oder Mega, dann kommt man zumindest um eine dieser Skillreihen nicht drumrum. Für T2 Heavies benötigt man Heavy Drone Operation 5 und die Racial Spec auf 4, für T2 Sentries „nur“ Sentry Drone Interfacing 5. Immerhin hilft die Racial Spec auch bei den leichteren Dronen, so dass man sich hier die 4-6 Tage Skillzeit nicht nur für die Heavies antut.

Um mal einen Anhaltspunkt zu geben, mit wie vielen SP man ungefähr rechnen muß: ich kann momentan T2 Mediums von zwei Rassen sowie T2 Sentries nutzen und habe knapp 2 Millionen SP. Das heißt, meine Supportskills sind noch lange nicht ausgereizt.

Zu guter Letzt noch ein Geheimtip: man kann die Dronenreichweite ohne Mods noch über 45 km erweitern. Dazu muss man lediglich Electronic Wafare Drone Interfacing steigern, ein Skill, der die Reichweite pro Level um 3000 Meter erhöht und als Voraussetzung neben Drones nur noch Electronic Warfare 3 hat. Theoretisch sind so 60 km Reichweite denkbar, die allerdings wohl nur absolute Dronenfreaks haben. 54km sollten aber langfristig bei einem gut geskillten Piloten locker drin sein.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+