Sanyo PLV Z700 Full HD Beamer – Die optimalen Einstellungen für das beste Bild

Ich hatte mir ja vor knapp 2 Wochen endlich einen neuen Full HD Beamer, den Sanyo PLV Z700, zugelegt. Wer nun allerdings schon der Meinung ist, daß man an einem LCD bzw. LED TV Stunden an den Einstellungen schrauben kann, bevor man das beste Bildergebniss dabei erzielt, sollte diesen Beitrag am besten gar nicht erst weiter lesen. Denn bei einem Beamer ist es noch etwas kniffliger, das beste Bildergeniss zu erzielen, da man hier quasi alles von Hand nachjustieren kann.

Nahchdem ich nun den Sanyo PLV Z700 aufgrund Zeitmangels ein paar Tage mit den Out of the Box Voreinstellungen betrieben habe, die zwar ok sind, habe ich in der letzten Woche nun endlich die Zeit gefunden, mich tiefer mit den optimalen Einstellungen zu beschäftigen. Und mit Zeit meine ich wirklich viel Zeit. Hier sollte man locker 3-4 Stunden einplanen, bis man das beste Ergeniss für das subjektiv beste Bild erreicht hat, da viel Ausprobieren angesagt ist.

Aber der Reihe nach und das Wichtigste vorweg: Der Beamer muss absolut gerade zur Wand hängen, also in der Waage und das sowohl Horizontal wie Vertikal, da der Sanyo PLV Z700 keine Trapezkorrektur mit an Bord an. Hängt der Beamer nicht gerade, sieht man einen Trapezeffekt, der das Bild weglaufen lässt. Fällt das Bild dabei nicht mittig auf eure Leinwand, hilft hier der großzügige Horizontale und Vertikale Lens-Shift weiter, mit dem man das Bild auf die Mitte des Tuches zaubern kann. Mittels Zoom kann man das Bild dann noch passgenau auf die Leinwand justieren und schließlich noch an der Projektorlinse scharf stellen. Danach muss man den Beamer nicht mehr selber anfassen, da alle anderen Einstellungen des Z700 über die Fernbedienung vorgenommen werden können.

So komme ich bei knapp 4 Metern Projektionsabstand auf eine 2,5m Bilddiagonale, die auf meine Gain +1 Leinwand geworfen wird. Als Basis für die weiteren Einstellungen habe ich das Programm „Creative Cinema“ geählt, was auf Deutsch „Kino hell“ und nicht „Cinema Brilliant“ entspricht. Hier sorgt die deutsche Menüübersetzung mal wieder für eine gehörige Portion Verwirrung. Die ersten und wichtigsten Einstellungen werden direkt im Servicemenü vorgenommen, wo man allerdings gar nicht so leicht hinkommt, da sich das Service Menü im Verborgenen befindet.

Um das Servicemenü des PLV Z700 aufzurufen, drückt die Taste Menü auf der Fernbedienung, bis ein kleines S auf der Leinwand erscheint. Nun drückt ihr die Taste Screen solange, bis schließlich das Servicemenü erscheint. WICHTIG: Nehmt hier sämtliche Einstellungen äußerst behutsam vor und notiert eurch die voreingestellen Werte, damit ihr im Worst Case wieder alles auf den Betriebszustand zurück stellen könnt. Eigentlich sollten Benutzer von diesen Einstellugen die Finger lassen, was auch erklärt, warum die meisten Einstellungen keinen wirklichen Namen haben und die Werte stattdessen nur in Gruppen und Positionen eingeteilt sind.

Die Gruppe die für uns relevant ist, ist die 211, mit der man Einstellungen rund um die Iris vornehmen kann. Position 0 ist hierbei der Wert, wie weit sich sich die Iris schließen kann. Hier tragt ihr den Wert +1 ein, da es so der Iris ermöglicht wird, sich beinahe komplett zu schließen, was dem Schwarzwert sehr zugute kommt. Position 1 ist der Wert, wie weit sich die Iris öffnen kann. Hier sollte ein Wert um die 420 eingetragen werden, so daß sich die Iris so weit wie möglich öffnen kann, was sehr helle Farben ermöglicht. Position 5 ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Iris öffnen und schließen kann. Trägt man hier zu hohe Werte ein, kann dies zu „Bildpumpen“ führen, da sich die Iris sehr schnell öffnen und schließen kann. Ein Wert um die 35 sorgt hier für kaum wahrnehmbares Bildpumpen, dennoch zu akzeptablen Geschwindigkeiten ohne Verzögerung von Hell zu Dunkel bzw. umgekehrt.

Position 10 ermöglicht weitere Iriseinstellungen, mit der man quasi den Mittelweg zwischen Schwarzwert und Bildpumpen fein justieren kann. Ein Wert von 95 liefert hier einen guten Kompromiss. Hier könnt ihr aber bei Bedarf auch andere Werte probieren, je nachdem ob mehr Schwarz oder mehr Bildpumpen eurer way to go sein sollte. Anzeichen von Shading sind mit diesen Einstellungen auch nicht zu erkennen, und können bei Bedarf im normalen Menü mit den Iris-Einstellungen (Iris-Mode, Iris Range) korrigiert werden. Damit sind die Einstellungen im Servicemenü des Z700 erledigt. Verlasst es anschließend über den Ausschalter der Ferndienung.

Die anschließenden Einstellungen über die normalen Menüs sind dann mehr oder minder Geschmackssache und Abhängig von Umgebung (bzw. Umgebungslicht), der Leinwand und euren Zuspielern. Wie schon erwähnt, benutze ich eine 16:9 Gain+1 Leinwand mit schwarzer Maskierung und als Zuspieler eine Playstation 3, sowie den 7.2 AV-Receiver Onkyo TX SR 607 mit 1080i Upscaler.

Das Ergebniss sieht dabei so aus, auch wenn ihr euch das Bildrauschen mal wegdenken müsst, da die Kamera ohne Blitz bei hohen Iso-Werten leider rauscht. Außer einer Bildausschnittkorrektur ist das Bild dabei nicht nachbearbeitet und von der Sitzposition freihand von der Leinwand abfotographiert (Film auf Pause). Das kleine Preview-Bild kommt dabei dem Original deutlich näher, als wenn ihr das Bild anklickt und es Euch vergrößert anschaut, wo es dank Kamera doch deutlich rauscht. Im Original ist das Bild 2,5m in der Diagonalen gross und eben rauschfrei. Ich denke das kann sich sehen lassen. Aber seht selbst:

In der linken, unteren Ecke sieht man gut die Schwarzwerte, die nicht das Dunkelste sind, was der Beamer theoretisch kann, allerdings einen guten Kompromiss aus Schwarzwert und Bildpumpen darstellen. Die restlichen Farben wirken dabei kontrastreich, ohne das dabei Details „absaufen“. Besonders imposant finde ich, dass man beim Joker sogar die unterschiedlichen Farben in der Augeniris von Heath Ledger erkennen kann.

Lange Rede kurzer Sinn: Mit ein paar Stunden Einstellarbeit, lassen sich sehr gute Werte mit dem doch mittlerweile recht preiswerten Full HD Sanyo PLV Z700 Beamer erzielen. Immerhin sind die 1500 Euro, für die der Sanyo derzeit den Besitzer wechselt, unterstes Preissegment in der Full HD Beamerklasse. Zwar lassen sich etwa mit dem Z3000 bzw. Panasonic PT AE 4000 noch bessere Schwarzwerte erzielen, was allerdings nur für ambitionierte Homecineasten von Relevanz sein dürfte. Wer gerade mit dem Hobby beginnt und keine Vergleichsmöglichkeiten kennt, wird diese Features nicht vermissen, oder zu schätzen wissen, so daß sich die Mehrkosten von knapp 1000 Euro hier für die Meisten nicht lohnen würde. Übrigens: Das beim LCD übliche Fliegengitter ist bei einem Sitzabstand von 4 Metern nicht wahrnehmbar. Erst wenn man ca. 1 Meter vor der Leinwand steht, kann man die leichte Kästchenbildung erkennen. Also Entwarnung für alle DLP-Fans, oder Leute, die wie ich dank Regenbogeneffekt keinen DLP nutzen können, da sie das Farbblitzen der DLPs leider wahrnehmen.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+