PS3 Spieletipp: Demon’s Souls Black Phantom Edition

Wer nach dem Rockstar-Spektakel Red Dead Redemption wieder einmal auf der Suche nach einem Playstation-Spiel ist, was weit länger als die üblichen 15-20 Stunden Spielzeit dauert bis man es komplett durch hat, sollte sich den folgenden Beitrag mal etwas genauer durchlesen.

Demon’s Souls – Black Phantom Edition

Seit Vorgestern ist das neue Playstation Spiel Demon’s Souls auf dem europäischen Markt erhältlich. „Neu?“ werden Kenner der Szene nun Fragen. Ok, das Spiel gibt es schon knapp ein Jahr auf dem Koreanischen- und US-Spielemarkt und wurde, dank vieler positiver Testberichte diverser Spielemagazine, fast überall als Geheim- bzw. Importtipp gehandelt. Nun erscheint Demon’s Souls auch endlich bei uns, in der üppigen Black Phantom Edition, wo es einen Strategy Guide samt Soundtrack CD noch oben drauf gibt. Doch was macht Demon’s Souls so besonders?

Zunächst einmal steht kein großes Franchise hinter dem Spiel, keine groß angelegte Werbekampagne, kein gar nichts. Das Spiel kam heraus und hat die Spielergemeinde einfach durch die Qualität überzeugt und so von sich Reden gemacht. Bei Demon’s Souls handelt es sich in erster Linie um ein RPG Spiel, bei dem die Entwicklung, also das Leveln, des eigenen Charakters im Vordergrund steht, von denen man sich aus 10 verfügbaren Klassen den richtigen aussuchen kann. Rüstung, Waffen, alles will verbessert werden. Allerdings sind die Kämpfe derart schwer, das es neben einer guten Ausrüstung auch taktisches Verständniss bedarf. Wer einfach drauflos bolzen will, wird sehr schnell das Zeitliche segnen. Und das tut bei Demon’s Souls richtig weh. Nicht nur, daß man die gesammelten Seelen, die als Währung im Spiel dienen, komplett verliert, man muss das Level bzw. den Dungeon komplett von vorne beginnen, inkl. Respawn von allen Gegnern. Das ist manchmal frustig, aber motiviert.

Ich hatte bereits die Möglichkeit den ersten Dungeon der Korea-Import Version zu zocken und muss sagen: Es ist bock schwer. Punkt! Wer ein weichgespültes WoW, wo der Tod mittlerweile keinerlei Konsequenzen mehr hat, kennt, wird Demon’s Souls entweder lieben oder hassen. Denn nach den ersten Toden ist man stehts darauf bedacht vorsichtig zu agieren, um nicht gleich wieder alles zu verlieren. Der Diablo Hardcore Modus lässt grüssen. Der Online-Modus ist zudem einer der innovativsten, die ich bisweilen bei einem PS3 Game gesehen habe: Man ist, sofern man im Playstation Network angemeldet ist, permanent mit den Demon’s Souls Servern verbunden, selbst beim Single Player Spiel. Hier haben andere Spieler jederzeit die Möglichkeit Nachrichten im Spiel zu hinterlassen, etwa vor kniffligen Situationen a la „Vorsicht, Falle“, die von jedem anderen Spieler fortan gesehen werden können. Und vom Tod der anderen Spieler profitiert man auch: Dank Bloodstains sieht man die Geistform gestorbener Spieler, welche die letzten Sekunden bis zum Ableben wiederholt. So kann man aus dem Tod der Anderen lernen.

Zusätzlich hat man die Möglichkeit seine Freunde durch spezielle Blue Eye Stones in sein eigenes Spiel einzuladen, um fortan mit ihnen gemeinsam die Dungeons in Demon’s Souls meistern zu können. Da das Ganze allerdings gewissen Kriterien unterliegt und nur der Host von diesem Invite profitiert, kann man nicht von einem eigentlichen Co-Op Modus sprechen. Viel eher ist es eine Möglichkeit, wie man Freunden bei schwierigen Situationen aushelfen kann. Neben dem Blue Eye Stone gibt es auch noch Red und Black Eye Stones, mit denen Leute in das Spiel anderer eindringen können, um fortan Jagd auf andere Spieler zu machen. Für PvP Aspekte ist also auch gesorgt.

Demon’s Souls – Black Phantom Edition

Demon’s Souls, ein RPG Spiel für Puristen, was mit genialem Gameplay und extrem harten Schwierigkeitsgrad punkten kann. Das Spiel ist komplett auf englisch, die Grafik durchwachsen, allerdings sind das zwei Aspekte, die durch das geniale Gameplay sehr schnell ins Hintertreffen geraten. Wer also eine echte Herausforderung in diesem Sektor sucht, wird, genau wie ich, viele unterhaltsame Stunden vor der Konsole verbringen können.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+