Die Roccat Kone [+] im Test – Teil II: Inbetriebnahme, Konfiguration und Ersteindruck beim Spielen

Nachdem ich letzte Woche meinen Test zur Kone [+] von Roccat mit einem Vergleich mit dem Vorgängermodell begonnen habe, ist es nun Zeit, einen Ersteindruck zu liefern. Die Installation gestaltet sich denkbar einfach. Einfach die Treiber von der CD aufspielen (oder gleich von der Roccat Website) und dann die Maus an einem freien USB Port anschließen. Es gab, jedenfalls bei mir, keine Probleme mit dem Plug and Play Anschluss. Wenn man dann das Treiberprogramm, was sich hinter einem Tray Icon versteckt, aufruft, sieht man auch hier altbekanntes, wenn man bereits eine Roccat Maus besessen hat.

Über das Konfigurationsprogramm kann man nichtn nur die Farben der Mausbeleuchtung und die Tastatenbelegung umstellen sondern auch so ziemlich alles andere, was man nur einstellen will: Auflösung, Doubleklick Speed, Scrollspeed des Mausrads usw. Ein paar Punkte will ich aber mal hervorheben. Zunächst ist es so, dass es bei der Kone ein akkustisches Feedback für den Wechsel verschiedener Einstellungen wie etwa der DPI oder des Profils gibt. Hier empfehle ich GAAAAANZ dringend, die Lautstärke etwas zu reduzieren, will man nicht beim ersten Mal mit einem Herzinfarkt vom Stuhl fallen. Es ist ein nettes Feature, keine Frage, aber die Werkseinstellung ist etwas laut. Ein anderer Punkt ist die Liftoff Einstellung. Liftoff geschieht, wenn einem beispielsweise der Platz auf dem Mousepad ausgeht und man die Maus anhebt und in die Mitte zurückbringt. Hier kann man nun einstellen, bei welcher Distanz zum Mousepad die Maus nicht mehr trackt. Das ist für die Präzisionsfreaks natürlich super. Wer ein großes Mousepad hat und nicht auf ganz geringer Auflösung spielt, wird das Feature aber eher selten benötigen.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Shift Funktion. Hierdurch wird die Zahl der verfügbaren Buttons auf der Maus verdoppelt, weil wenn diese Funktion aktiviert ist. Belegbar mit der Shift Funktion sind nur die Tasten 4 und 5, also die, die seitlich mit dem Daumen bedient werden. Das ist anfangs etwas ungewohnt, gerade auch wenn man beide Tasten bis dato zum Blättern beim Surfen und ähnlichen Dingen benutzt. Wenn man also mittels Shift Funktion blättern will, dann betätigt man in der Werkseinstellung gleichzeitig die Taste 5 zusammen mit 1 und 2.  Das schöne ist, dass man alle Tasten, inklusive der DPI Schalter frei umbelegen kann. Wer also die DPI Umschalt Funktion nicht benötigt, der kann hier einfach sagen wir die Mounts in WoW oder Push to Talk für das Voice Tool drauflegen. Ob man wirklich alles doppelt belegt, ist eher zweifelhaft, weil einige Griffe doch relativ wenig ergonomisch oder zumindest ungewohnt sind. Es ist aber immer noch eine in meinen Augen sehr gute Lösung um mehr als 5-7 Buttons auf einer Maus zur Verfügung zu stellen ohne diese zu überladen.

Ohne jetzt komplett auf die Macro Funktionen eingehen zu wollen – das werde ich im dritten und abschließenden Teil: es gibt noch ein interessantes Feature, dass – für mich überaschend – etwas versteckt ist. Und zwar handelt es sich dabei um die Easy Aim Funktion. Mit dieser Funktion kann man einer Taste einen DPI Wert zuweisen, so dass die Maus die Auflösung wechselt, solange die Taste gehalten wird. Die meisten werden hier natürlich eine sehr grobe Auflösung wählen, um eben genau zielen zu können, aber es ist auch denkbar, das Ganze sehr hoch zu stellen, etwa wenn man schnell durch Bereiche scrollen will.

Ansonsten gilt: entscheidend ist auf dem Platz und das gilt natürlich auch bei Gaming Mäusen. Sprich: wie perfomt die Maus im Spiel? Es ist wenig überraschend, wenn man kaum Unterschiede merkt zur alten Kone und die war ja schon sehr gut. Etwas störend ist, dass anfangs das Kabel, das eine etwas stärke Qualität als beim Vorgängermodell hat, sehr steif ist. Ohne Mousebungee empfiehlt es sich, dass Kabel ab und zu mal stramm gerade zu ziehen, um zu verhindern, dass man deshalb auf einmal kein sauberes Tracking mehr hat. Dieses Problem gibt sich aber nach relativ kurzer Einspielzeit.

Das Gliding ist sehr gut, man sollte nur darauf achten, dass das Pad nicht zu dreckig ist, denn das mag die Maus nicht so wirklich. Wo man Unterschiede zum Vorgängermodell merkt, ist bei der Verarbeitung der Tasten: die ist gefühlt besser geworden, die Maus fühlt sich noch solider an in der Hand. Gerade der problematischen rechten Taste merkt man das Redesign positiv an.

Alles in allem bestätigt sich bisher der positive Ersteindruck – das Redesign liefert mehr Funktionen und beseitigt alte Schwächen. Ob wirklich alle Probleme beseitigt wurden, wird der Langzeit Test zeigen. Insofern wird es wohl erst in einem Monat den letzten Teil dieses Tests geben.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+