Eve Online: Gatecampen wie die Profis

In letzter Zeit hatten wir häufiger Langeweile und was macht man im Lowsec, wenn man einerseits faul ist und andererseits Langeweile hat? Richtig, man campt ein Gate. Das Ganze ist dann oft eine sehr gesellige Angelegenheit, bei der es weniger um tolles PvP geht als darum, auf teilweise durchaus alberne Weise die armen Kerle zu erwischen, die keinen Scout haben.

Aber was macht ein gutes Gatecamp aus? Zunächst einmal benötigt man offensichtlich gute Tackler. Im Nullsec ist das einfach, man stellt eine Bubble hin und ein paar Interceptors oder Dictors besorgen den Rest. Im Low ist das leider so nicht möglich. Bubbles gehen ja ohnehin nicht. Aber auch Frigs als Tackler für alles, was nicht Flashy ist, also einen schlechteren Sec Status als -5 hat oder sonst Aggression gezogen hat, scheiden meistens aus. Ich habe das zwar auch schon gemacht, aber ohne Logistics ist das eine interessante Weise, eine Frig zu schrotten, denn die Gateguns zerlegen einen mit wenigen Salven.

Ergo nutzen viele Ganker einen Heavy Interdictor, aufgemotzt mit Sensorboostern und Remote Sensorboostern. Anstatt einer Bubble versucht man also, mit sehr kurzen Lockzeiten ein Ziel zu tacklen. Ganz auf Null setzen kann man die Zeit leider nicht, weil selbst nach der Aufschalten und voraktivierten Modulen der Tackle nicht sofort aktiv wird. Außerdem wird meistens noch ein zweiter Tackler benötigt, nämlich einer mit Webs, um ein zurückburnen des Ziels an das Gate zu verhindern. Denn eine der besten Methoden einem Camp zu entkommen, ist den Session Timer von 30 Sekunden auslaufen zu lassen, dann den Gatecloak zu brechen und mittels MWD zum Gate zurückzuheizen. Das bedeutet, dass man idealerweise zwei Webs auf das Ziel bringt, bevor es wirklich Geschwindigkeit aufgenommen hat. Ideal hierfür sind die beiden Minmatar Recons oder auch eine Ashimmu, die beide einen Bonus auf die Reichweite der Webs haben. Auch eine Bhaalgorn macht sich gut, benötigt aber remote Sensorboosting, ansonsten lockt man nicht bevor das Ziel nicht schon am Gate ist. Beliebt ist ferner der Einsatz von Scramblern, um den MWD gleich komplett auszuknippsen, auch hierfür sind Recons natürlich ideal. Ein Longrange Point auf der Arazu kann auch verhindern, dass Ziele, die stattdessen vom Gate abhauen wollen, nicht zu schnell in den Warp gehen, bevor man ihnen ein paar Grüße nachgeschickt hat.

Zuletzt benötigt man natürlich auch DPS. Idealerweise BCs und BS mit lokalem Rep, alternativ klassische Passivfits, die von Logistics unterstützt werden. Abgerundet wird dies natürlich durch Scouts, die auch eine Warnung geben können, falls eine feindliche Gang versucht, das Gatecamp zu zerlegen. Sitzt man in einer Pipe und der Scout steht zwei Sprünge weiter, ist das einzige, was einen gefährden kann, ein Hotdrop. Ein gewisses Restrisiko bleibt also, aber das ist relativ überschaubar meistens. Das alles zeigt natürlich, dass ein wirklich perfektes Camp relativ viel Aufwand erfordert. Aber genau das macht den Unterschied zwischen einer Gang aus, die einfach nur an einem Gate rumsteht und einer Gruppe von Leuten, die wirklich etwas fangen will.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+