Gaming Headset Review: Das Sennheiser PC 360 Professional Headset im Test – Klangeigenschaften und Tragekomfort

Etwas über einen Montat hatten wir nun das Sennheiser PC 360 Headset im Dauertest – bei Raids, oder anschließenden Musik-Sessions. Zeit für unser Fazit, ob die Erweiterung des Sennheiser-Produktsortiments die hohen Erwartungen, die mit dem PC 350 aufgebaut worden sind, erfüllen kann.

Tragekomfort
Genau wie beim PC 350 ist auch das Sennheiser PC 360 nach mehreren Stunden noch angenehm zu tragen. Zum Einen kann man das Headset flexibel, dank justierbarem Trägerband, an jede Kopfgrösse anpassen, zum Anderen umschließen die weichen Ohrmuscheln die Ohren komplett, so dass es hier nicht zu unangehmen Druckstellen kommt. Hier darf der Raidabend also ruhig mehere Stunden dauern und auch Brillenträger wie ich können getrost aufatmen. Insgesamt finde ich den Tragekomfort des PC 360 noch einen Tick angenehmer als den des PC 350, was auf die stoffierten Ohrmuscheln zurück zu führen ist: Der Stoff liegt sehr angenehm auf der Haut, ohne dabei kratzig zu wirken, und wirkt weit weniger schweißproduzierend als die „Leder-Like“ Polster des PC 350. Beim PC 360 bleiben also auch die Ohren trocken, was ich deutlich angenehmer finde. Sicherlich liegt es daran, dass der Stoff den Schweiß direkt aufsaugt, was aus Hygienesicht wahrscheinlich nicht so toll ist, wie abweisendes Leder. Vom reinen Tragekomfort finde ich es aber grossartig.

Klangeigenschaften des Headsets
Dank der offenen Bauweise des PC 360 fällt sofort beim Aufsetzen des Headsets auf: Hier werden Außengeräusche nur wenig abgeschirmt. Man bekommt also noch alles von seiner Umwelt mit. Das mag für manche ein Nachteil sein (hier empfehle ich dann klar das PC 350), gerade wenn man oft auf lauten Lan-Partys ist, für andere mag dies der größte Pluspunkt sein: Man kann das PC 360 nun auch nebenbei tragen, wenn man das Telefon im Büro, oder die Türklingel noch hören will, oder muss. Neben diesem „Lifestyle-Effekt“ bringt die offene Bauweise allerdings noch zwei weitere Pluspunkte mit sich: Ähnlich wie bei einem offenen Bassreflex-System kommen die Bässe beim PC 360 deutlicher zum Tragen. Hier ist wesentlich mehr „Knack“ im Spiel als beim bassarmen PC 350. Die Höhen sind genauso prägnant wie beim PC 350, man kann alles deutlich wahrnehmen, allerdings kommen Tiefton-Fans beim PC 360 deutlich mehr auf ihre Kosten. Dies macht das Klangbild insgesamt ausgewogener als beim PC 350, wo die Tendenz eher höhenlastig war. Der zweite Pluspunkt der offenen Bauweise: Es werden keine Nebengreäusche vom Kabel direkt in die Ohrmuschel übertragen. Hier kann das Kabel also ruhig an die Schreibtischkante pendeln, man bekommt es aktustisch nicht mit.

Klangeigenschaften des Mikrofons
Am Mikrofon hat sich gegenüber dem PC 350 nichts verändert: Der Mic-Arm ist noch genauso stabil und fängt auch bei den wildesten Bewegungen nicht an zu schwingen. Die Spachübertragung ist kristallklar, wenn auch höhenbetont. Dies gewährleistet allerdings zu jeder Zeit eine optimale Kommunikation, da die Stimmen im Bassgewitter nicht untergehen. Nach wie vor gehört das PC 360/350 Mikrofon zu den Besten der bisher getesteten Headsets. Ich könnte hier noch weitere Zeilen schreiben, aber ein Mikrofon der Extraklasse, bleibt ein Mikrofon der Extraklasse, Punkt!

Kabelfernbedienung adé
Mit einem weinenden Auge trauere ich ein wenig der guten alten Sennheiser Kabelfernbedienung hinterher: Zwar funktioniert der Mic-Mute über das Hochklappen des Mikrofonarms und die Lautstärkenregelung über das Shuttle-Rad in der rechten Ohrmuschel auch nicht schlecht, ich persönlich fande allerdings die Kabelfernbedienung einfacher und intuitiver zu bedienen. Zumal man alles mit einem Griff regeln konnte. Beim PC 360 brauche ich jetzt zwei Hände, um dass Mic zu muten und die Lautstärke runter zu regeln. In der Hitze des Gefechts kann man hier schon mal das Shuttle-Rad verfehlen, da man es schließlich ertasten muss.

Das Fazit
Mit dem PC 360 hatten wir das klanglich bisher ausgewogenste Headset im Stereobetrieb vorliegen. Wer allerdings mit dem Sennheiser PC 350 zufrieden ist und gerade auf die geschlossene Bauweise wert legt, sollte auch bei diesem Headset bleiben. Das PC 360 ist keine Weiterentwicklung vom PC 350, sondern eine Sortimentsergänzung: Dank offener Bauweise sind die Bässe deutlich stärker ausgeprägt, allerdings bekommt man Umgebungsgeräusche fast ungefiltert mit. Dank „Stoff statt Leder“ fließt deutlich weniger Schweiß, was den Tragekomfort verbessert. Das Mikrofon ist nach wie vor über jede Zweifel erhaben: Studioqualität eben. Etwas schade ist der Wegfall der Kabelfernbedienung, deren Komponenten nun direkt ins Headset integriert sind. Hier fällt die Bedienung nicht immer ganz so leicht. Wer bereit ist, für das Sennheiser PC 360 140 Euronen auf den Tisch zu legen, bekommt ein absolutes Spitzenheadset nach Hause geliefert. Qualität hat eben ihren Preis.

Sennheiser PC 360 G4AME Professional Gaming Headset
Pro
  • ausgewogener Klang
  • deutlich mehr Bässe als  beim PC 350
  • absolutes Oberklasse Mikro
  • Stoff statt Leder = weniger Schweiß
  • perfekter Sitz
Contra
  • Wegfall Kabelfernbedienung (jetzt im Headset integriert)
  • Preis
Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+