Tol’Barad – Fehldesign mit Ansage oder zum Scheitern verdammt?

Tol’Barad? Ja, genau, da war ja neben Instanzen, Raids und Questen noch etwas. Tol’Barad ist das neue Wintergrasp und doch funktioniert es anders. Bekanntlich wurde ja dieses Mal darauf verzichtet, die unterzählige Fraktion durch einen Buff zu verstärken, stattdessen wird nun schon vor dem Betreten gefiltert, indem nur die gleiche Anzahl von jeder Seite hereingelassen wird. Und damit entsteht eine Situation, die noch bescheidener ist als in Wintergrasp: die stärkere Seite wird größtenteils ausgesperrt, die schwächere kommt zwar rein, schafft es aber aufgrund der geringen Numbers nicht, irgendetwas zu reißen, weil der Bereich eben für deutlich mehr als 10 Leute ausgelegt ist.

Entsprechend ist es sehr selten, dass mal die Kontrolle über die Zone wechselt, weil das mit so wenigen Leuten sehr viel Koordination erfordert. Das führt natürlich auch dazu, dass der Zugriff auf Argaloth, den PvP Boss und Nachfolger von Archavon und Co nahezu monopolartig auf bei der stärkeren Fraktion. Denn machen wir uns nichts vor: es gibt nur wenige halbwegs ausgeglichene Server, auf den meisten herrscht ein sehr klares Ungleichgewicht.

Und das ist natürlich ein grundlegender Punkt, der jede Form von semi open PvP empfindlich stört. Bleibt also der Daily Questhub, der sich ja zweiteilt. Den Teil, der immer verfügbar ist und wo theoretisch ohne Verwendung von Flugmounts ebenfalls PvP im alten Stil stattfinden könnte. ist de facto fest in den Händen der PvEler, man findet ja nun auch selten einen Ally hier und der steht dann quasi unter Naturschutz. Bei den Questen ist Blizzard dann auch relativ einfallslos gewesen, Items sammeln x von y Mobs umhauen oder Kopfjäger Questen, wo man irgendeinen named Mob erledigen muss. Auch die Gruppenquests sind schon jetzt für einige Klassen kein Problem, zugegebenermaßen, als DK ist man mit der Army da auch mit einem ziemlich krassen Easymode ausgestattet.

Immerhin, der Ruf farmt sich dank der vielen Daylies sehr schnell, allerdings beschränkt sich danach der Anreiz zum Weiterfarmen wohl nur auf die Marken für die Items vom Quartermaster. Monetär macht man bei den Preisen im AH jedenfalls nicht genug Geld, um eine Stunde für die Runde auf der Insel zu rechtfertigen.

Alles in allem ist definitiv nicht der große Wurf und auch nicht wirklich die positive Evolution von Wintergrasp. Das mag aber daran liegen, dass das Wurzel des Übels, die Fraktiosnverhältnisse, mehr oder minder irreparabel sind.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+