PS3: Kurzer Bombast statt solide Handwerkskunst?

Ich hatte ja die Tage schon in meinem Mass Effect 2 Beitrag darüber gesprochen, dass ich maßlos von Killzone 3 enttäuscht bin. Nicht weil das Game sonderlich schlecht ist, nein, im Gegenteil. Aber es ist halt verdammt kurz. Ähnliches lieferte ja letztes Jahr schon Star Wars Force Unleashed 2 ab. Da stellt sich mir die Frage: Muss dass sein?

Gehen den Entwicklern nach 5-8 Stunden Solo-Kampagne die Ideen aus? Reicht das Geld nicht mehr um eine längere Story zu entwickeln, weil all der Bombast schon das ganze Geld in den ersten Stunden verbraten hat? Ich kann mir nicht helfen: Bei einer Spielzeit von 5-8 Stunden, egal wie bombastisch das Gezeigte ist, bleibt bei mir der miese Beigeschmack, zuwenig fürs Geld bekommen zu haben. Und das Argument „Hey, wir haben einen tollen Mehrspieler-Modus“ zieht bei mir nicht. Wenn ich online mit anderen spielen will, zocke ich MMOs am PC. Die Playstation ist für mich ein reines Single-Player Gerät, an dem ich alleine spiele. Punkt. Trotzdem 50-70 Euro für so eine kurze Spielzeit zu verlangen, finde ich eine Frechheit.

Das es es auch anders geht, zeigen immer wieder Spiele-Perlen: Nach 15 Stunden hatte ich in Mass Effect 2 gerade mal den „Prolog“ durchgespielt und bei Castlevania oder Darksiders kommt man auch locker auf seine 30 Spielstunden. Sind die Spiele schlechter, weil sie keinen Bombast a la Star Wars oder Killzone bieten? In keinster Weise! Lieber habe ich ein Spiel, was keine neue Referenzen im Bereich Grafik und Sound setzt, dafür aber für längere Zeit begeistern kann. Besonders Vertreter des Generes Sport können hier punkten. Grand Turismo 5, Top Spin 4 oder Fifa 11 kann man spielen bis zur Unendlichkeit. Hier bekommt man also am meisten Spielzeit für sein Geld. Wahrscheinlich auch ein Grund, warum ich mich gerade in Top Spin 4 in der Ranglliste nach oben kämpfe und mittlerweile in meinem ersten Grand Slam Turnier (French Open) im Viertel-Finale stehe. Yay! Natürlich darf man der Thematik Motorsport bzw. Sport allgemein nicht abgeneigt sein, sonst nutzt einem die lange Spielzeit auch nichts.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+