World of Tanks – Panthers on the Prowl

Während meiner unfreiwilligen Auszeit gab es bekanntlich Patch 0.66 für World of Tanks. Für mich bedeutete das, dass ich den neuen Panther II erhalten würde. Nachdem mir der alte Panther auf Tier 8 schon Laune gemacht hatte, war ich sehr gespannt, wie sich die neue Maschine anlassen würde. Außerdem bekam der heruntergestufte Panther eine neue Bewaffnung: die alte lange 8,8 bleibt im Tier 8, nunmehr beim Panther II als Top Gun fungierend, dafür gibt es die ultralange 100 Kaliber lange 7,5 oder die kurze 8,8, die man schon von diversen anderen Tier 6+ Tanks kennt.

Um es vorwegzunehmen, ich weiß zwar nicht so genau, wie sich der Panther II auf Tier 9 geschlagen hat, aber für jeden Fan der deutschen Mediums hat sich das Matchup deutlich verbessert. Der Panther II ist deutlich stärker als der Vorgänger, auch weil seine Panzerung etwas bessere Winkel aufweist. Aber auch vom Spielgefühl legt er noch eine Schüppe drauf. Beim Panther 1 bin ich mir hingegen nicht so ganz sicher, ob dieser oder der VK3002DB der beste deutsche Medium auf Tier 7 ist. Beide sind als Moneymaker auf Tier 7 ausgezeichnet, jedenfalls mit einem Premium Account. Aber gerade bei der Bewaffnung bin ich mir nicht sicher, ob die 7,5 oder doch die kurze 8,8 besser ist. Letztere reißt gegen leichter gepanzerte Ziele größere Löcher, die 7,5 kann dagegen fast alles durchdringen. Allerdings: mit beiden Waffen möchte man wie auch mit der Kanone des Panther II genau zielen und Schwachstellen treffen. Und da ist dann die Frage, ob auch die kurze 8,8 nicht die Schwachstelle penetriert. Mit dem Panther II gibt es wie gesagt an sich keine Alternative zur langen 8,8. Die lange 7,5er hat im Tier 8 einfach zu wenig Schadenspotential. Geld verdienen ist mit dem Panther II aber schon schwierig. Zwar habe ich viele erfolgreiche Matches, die vor Reparatur 35-40.000 Credits abwerfen. Aber ein zerstörter Panther II schlägt mit knapp 14.000 Credits zu Buche. Die Munition immer kostet relativ wenig. Aber wenn man mal ein schlechtes Game hat, wo man auch noch ein zwei Consumables wirft, dann ist man schnell deutlich in den Miesen.

Bei beiden Tanks gelten allerdings ein paar Punkte, die man unbedingt berücksichtigen muss. Die erste Regel: man ist kein Nahkämpfer, der das sucht, der muss sich den DB nehmen, der eine variablere Spielweise erlaubt. Wie alle deutschen Tanks hat man zwar ordentlich HP, aber man ist ein ziemlich großes Ziel und die Panzerung hält längere Kloppereien auf kurzer Distanz nicht lange stand. Außerdem, und das ist wirklich wichtig: der Turm dreht so langsam wie der vom Tiger. Mit anderen Worten, ein schnelles Ziel im Nahbereich kann man mit der Kanone nicht verfolgen.

Damit geht scheinbar der große Vorteil des Mediums gegenüber einem Heavy verloren. Ich sage scheinbar, weil sich Panther und co anders spielen. Zwar kann man sich wegen der schlechten Tarnwerte schlecht verstecken. Das gleicht sich aber durch die enorme Sichtweite und Präzision aus. Mit anderen Worten: wo ein T-44 einen Panther II im Nahkampf vielleicht übel verhaut, ist der auf 350 Metern einfach Futter, weil die lange 8,8 diesen mit Präzisionsangriffen förmlich abschlachtet. Auf diesen Reichweiten funktioniert auch die Panzerung vom Panther deutlich besser. Wichtig ist dabei, dass man den Rumpf immer leicht zum Ziel anwinkelt. Die alten Panzerfahrer nannten das auf Mahlzeiten stellen. Sprich, wenn der Rumpf auf einer gedachten Uhr immer auf halb eins oder halb elf zum Ziel steht, prallen viele Schüsse durch die Winkelung ab. Das gilt vor allem für mittlere Kaliber. Der Panther funktioniert demgemäß am besten, wenn man die Geschwindigkeit ausnutzt, um schnell die Stellung zu wechseln, die gute Beschleunigung, um kurz aus der Deckung aufzutauchen und darin wieder zu verschwinden. Es gibt teilweise Situationen, wo man auf offenen Feld steht und Ziele beschießt, die einen nicht sehen, weil man auf maximaler Sichtweite steht. Wenn man auf 300 Metern steht, sehen einen die Gegner zwar, aber ein Busch, der hier die Sichtweite halbiert, wirkt Wunder.

Bei diesen Versteck- und Sniperspielchen hilft einem, dass die Knarren allesamt unheimlich präzise sind. Wo man mit vielen russischen Kanonen froh ist, wenn man aus dem Stand ungefähr das Ziel erwischt, kann man mit der 8,8 teilweise sogar in der Fahrt manuell schießen. Aus dem Stand sollte man immer versuchen, empfindliche Stellen zu erwischen.

Was man ebenfalls wissen sollte: Der Panther ist recht anfällig für Modulschäden und Brände. Feuerlöscher sollte man daher immer dabei haben, genauso wie Repairkit und erste Hilfe Set. Letzteres würde ich am ehesten tauschen gegen das Öl für mehr Speed und Turrettraverse. Alternativ kann man versuchen, eine 100% Feuerlöschcrew zu züchten, aber das auf jeden Fall erst nach Reparatur. Denn ohne ist man nach dem zweiten Kettentreffer einfach tot (und Kettentreffer fängt man wirklich oft).  Niemals sollte man dem Gegner Heck oder die gerade Seite zuwenden, das läd zu Munitions- und Motor/Sprit Treffern ein.

Spannend ist auch die Frage nach den verwendeten Rigs. Gun Rammer und Ventilation halte ich für Pflicht. Ersterer bewährt sich in jedem Shoot-Out und ich kenne keinen Tank, wo ich das Ding nicht verwenden würde. Ventilation hat eine deutlich krassere Auswirkung auf die Crew Qualität als man denkt, man merkt das in meinen Augen sehr deutlich. Bleibt also der letzte Slot. Da habe ich beim Panther II momentan Coated Optics, was mich auf die von der Gameengine maximal möglichen Viewrange bringt. Auf dem Panther II gibt es aber mehrere denkbare Alternativen – zum einen der Vertical Stabilizer, der es einem ermöglicht, auch in der Fahrt Präzisionsschüsse abzugeben und der grad bei den Spielchen aus der Deckung sehr stark sein kann.  Ein Spall-Liner ist ebenfalls eine Option, um Explosionsschäden zu verringern. Die letzte Option wäre ein Wet Ammorack, um die doch recht häufigen Treffer im Magazin abzufangen. Wobei ich dazu sagen muss, dass man fast nie beim ersten Treffer explodiert, lediglich das permanente Reparieren nervt auf Dauer doch gewaltig.

Als Fazit kann ich nur sagen: wenn man mit den Eigenheiten der deutschen Panzer gut klar kommt (ich mag bspw auch den Tiger eigentlich), dann ist gerade der Panther II eine echte Spassgranate und ich freue mich schon sehr auf den E50, der dann irgendwann folgen wird, mit dem dann die letzte Schwäche der deutschen Mediums Makulatur wird – die Panzerung. Der Grind dorthin ist jedenfalls kein Grind, sondern eine sehr angenehme Sache, die wie nebenbei passiert.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+