Was ist eigentlich aus Dementum und WoW geworden?

Vor gut einem Jahr lautete der letzte Beitrag zum Thema WoW-Raids und Dementum sinngemäß „Stand 6/7 HM. Wir sind in den Feuerlanden an Ragnaros heroisch dran“. Danach: Stille. Die Kurzfassung: Dementum hat Ragnaros im 25er nie im Hardmode besiegt, die Gilde ist schließlich an diesem Encounter zerbrochen. Wie kam es dazu?

Wie Mem ja damals schon geschrieben hat: Ragnaros war im Hardmode eine richtig harte Nuss. So hart, das man Fortschritte im Encounter-Ablauf nur mit der Lupe, an manchen Tagen sogar mit dem Mikroskop, suchen musste. Ein Schritt vorwärts, zwei zur Seite, drei zurück. So in etwa konnte man das auf und ab beim Ragnaros-Progress beschreiben. Und wie es nun mal so ist, wenn es gerade nicht gut läuft: einige der neueren Mitspieler quitteten die Gilde und wechselten zu anderen Gilden, die Ragnaros in der Zwischenzeit schon besiegt hatten. Dies wiederum hatte zur Folge, das wir an manchen Abenden kein Raid-Setup mehr zusammen bekamen und Raids folglich abgesagt werden mussten. Weniger Übung bedeutete wieder weniger Fortschritte. Der Abwärtstrend war in Gang gesetzt. Irgendwann pausierten auch die alteingesessenen Mitglieder und hörten mit WoW auf. Als dann unser Raidleiter Zookie aus RL-Gründen auch WoW an den Nagel hängen musste zog Hrle die letztlich einzig logische Konsequenz: Ende nach 1905 Tagen. Das sind immerhin 5,2 Jahre. Für eine Raidgilde, die stets unter den Top 50 gespielt hat, eine verdammt lange Zeit.

Die noch aktiven Mitglieder verteilten sich auf viele verschiedene Gilden. Mem und mich hat es in den Redaktions-Raid unseres Magazins verschlagen. Der ist zwar bei weitem nicht so professionell wie Dementum, aber immerhin nicht so casual wie die meisten anderen Raids. Sicherlich hätten Mem und ich uns auch eine neue Gilde auf Dementum-Niveau (oder besser) suchen können, aber ganz ehrlich: 5-Tage oder mehr mit neuen und fremden Spielern, wo man sich zunächst wieder mehrere Wochen lang beweisen muss: Danke, aber nein danke. Dafür habe ich ehrlich gesagt nicht mehr die Zeit und auch nicht mehr die Lust. 2 bis 3 Tage die Woche raiden reicht mir mittlerweile völlig aus, es müssen nicht mehr 5-7 sein. Schließlich habe ich beruflich schon 40 Stunden (+) die Woche über mit dem Spiel zu tun. Irgendwann ist dann auch gut. Und Pro-Gilden, die erfolgreich unter den Top-50 raiden, aber nur 2-3 Tage Zeit dafür investieren/brauchen, gibt es kaum.

Zusammengefasst: Mem und ich spielen noch WoW. Mem wieder seinen Krieger als MT, ich bisweilen meinen Priester, bevorzugt als Heiler, zuletzt jedoch Shadow. Mit dem neuen Add-on Mists of Pandaria werde ich allerdings auf die neue Klasse, den Mönch, rerollen. Dahingehend kann ich Doenis (in Bezug auf seinen Kommentar zum “Ich bin wieder hier” Artikel) beruhigen: Der Mönch wird mit Mists of Pandaria sicherlich auch ein Thema hier im Blog sein, schließlich war, ist und bleibt Gaming das Haupt-Thema des Blogs. Was es weniger geben wird: Beiträge zum Priester. Als Twink werde ich einen Schurken spielen und für eine dritte Klasse wird keine Zeit mehr übrig bleiben.

Soviel zum Mönch schon vorweg: Ich hab mit dem Mönch die Beta komplett durchgezockt, alle drei Spielweisen, also Braumeister, Windwandler und Nebelwirker, ausgiebig getestet und kann sagen: der Mönch rockt einfach! Ich wollte ja schon ewig, genau genommen seit Warhammer Online und dem Jünger des Khaine, wieder einen Nahkampfheiler spielen: Jetzt wird mit dem Mönch mein Wunsch endlich erhört! Das Asia-Setting von MoP gefällt mir super, auch wenn es nicht mehr viel mit WoW zu tun hat. Aber gerade darum wirkt es wohl auch so unverbraucht und frisch. Meiner Meinung nach die absolut richtige Entscheidung seitens Blizzard, etwas komplett neues zu versuchen. Klar gefällt das nicht allen, aber wie die sinkenden Abo-Zahlen verraten, kann man die Masse auch nicht mit alten, aufgekochten “Oh Feuer in der X-ten Variation” Inhalten bei der Stange halten.

Mein abschließender Tipp: Probiert unbedingt die Haustierkämpfe aus! Am Anfang dachte ich “Omg, Pokemon in WoW. WTF, haut mir ab mit dem Dreck!”, mittlerweile finde ich es neben dem Mönch das beste Feature des ganzen Add-ons. Macht unglaublich viel Spaß! Und das sage ich als Raid-Nerd. Ach und übrigens: Mem hat in der Zwischenzeit einen eigenen Blog aufgemacht: Swords and Spaceships. Check it out!

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Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life. Google+