Die Roccat Kone III – Macrofunktion und Abschlussfazit

Nachdem ich die Maus nun seit über zwei Monaten im Dauergebrauch habe, wird es Zeit für ein Abschlußfazit. Zuvor möchte ich aber noch ein paar Worte zur Makrofunktion verlieren. Es ist mir dabei etwas schwer gefallen, diese zu testen, weil ich an sich nicht viel mit Macros arbeite. Allerdings: die Funktion ist wirklich einfach zu bedienen, nur etwas schwer zu finden, wenn man nicht weiß, wonach man suchen muss. Es wäre von Roccat etwas eleganter gewesen, die Macros, die immerhin eines der Features bildet, mit der man die Maus bewirbt, in ein Extratab in der Maussoftware verlegt hätte. Aber nichtsdestotrotz, dies ändert an der Funktionalität nichts.

Wie erstellt man also Macros? Ganz einfach: man wählt in der Belegung der Maus eine Taste aus, wo das Macro liegen soll. Und dann wählt man da im Pulldown eben Macro aus. Erst über diesen Umweg kann man dann direkt Macros belegen. Wie gesagt, ich hätte es anders gelöst, beispielsweise ähnlich, wie es in Wow geregelt ist. Aber grundsätzlich, wenn man einmal an diesem Punkt angelangt ist, ist der Rest wirklich selbstklärend. Mittels der advanced Macrofunktion kann man wirklich sehr detaillierte Scripte erstellen, sehr ähnlich dem, was etwa mit bekannteren G15 von Logitech möglich ist. Man kann also nicht nur einfache Abfolgen programmieren sondern auch Verzögerungen bei der Anschlagsequenz. Und man bedient diese Tasten natürlich wesentlich intuitiver als irgendwelche Macrotasten am Rande des Keyboards. Gute Sache also, auch wenn ich persönlich sie nicht ausreize. Aber vielleicht kommt das noch mit der Zeit. Toll jedenfalls, um langweilige Prospecting Sessions etwas zu automatisieren – allerdings Vorsicht – mit einem solchen Gebrauch verstößt man technisch gegen die ToU von diversen Anbietern wie Blizzard und Co, weil man mit der Automatisierung zu weit geht. Aber naja, man kann ja daneben sitzen und dem netten GM von nebenan zuwinken, wenn es Stress gibt 🙂

Kommen wir zum Abschlussfazit. Mir gefällt die Kone nach wie vor ausgezeichnet. Das Gewicht ist immer noch an Ort und Stelle (bewegliche/austauschbare Teile sind ja immer Sollbruchstellen bei sowas) und auch die Tasten sind noch alle tadellos in Schuss. Noch beeindruckender finde ich aber persönlich den Zustand der Außenhaut. Da gibts nämlich absolut gar keine Spuren von der Nutzung, abgesehen von der einen Stelle, wo der Daumennagel auf der Maus anliegt – der Nagel scheuert natürlich jedes noch so robuste Kunststoffmaterial glatt. Auch die Glider sind noch sehr gut in Schuss. Ich behaupte einfach mal, es dauert sehr lange, bis die Maus anfängt, gammelig auszusehen. Das alles läßt die Aussage zu, dass das verarbeitete Material nicht nur auf den ersten Blick nobel wirkte, sondern eben auch widerstandsfähig ist. Grad bei einer Maus wie der Kone, die auch mit Optik punkten will (Stichwort Beleuchtung) wäre es ja ein ziemlicher Reinfall, wenn sie bunt leuchtet und jeder, der Hinschaut, einen Ekelanfall bekommt, weil er auf speckiges fleckiges Plastik schaut. Diese nicht vorhandene Abnutzung sollte man auch vor dem Hintergrund sehen, dass ich meine Hardware in dieser Hinsicht nicht schone. Das braucht man aber auch nicht bei der Kone, weil sie es abkann. Wer also mit dem fettigen Finger zulangt, weil er grad Chips oder Pizza futtert, der verschandelt damit nicht gleich die ganze Maus.

Aber auch das Gameplay mit der Maus hat sich nicht verändert, im Gegenteil sie ist auch lange Stunden lang gut zu handlen und der Mausarm hat sich mit dieser Maus (allerdings auch nicht bei ihrer Vorgängerin auf meinem Schreibtisch) nie eingestellt. Die Maus funktioniert immer noch absolut präzise, die Kalibrierung hilft, falls man doch mal einen anderen Untergrund als das gewohnte Mousepad hat. Aprobos Mousepad. Ich hatte ja im letzten Bericht ein wenig Skepsis zum Roccat Taito, dem mitgesandten Mousepad, geäußert. Im Endeffekt hat mich auch hier der Dauertest überzeugt. Zwar würde ich nach wie vor mit 50 % der Fläche auskommen, aber die Qualität der Oberfläche und deren Eigenschaft, Staub zu fangen, hat sich als doch nicht so gravierend nachteilig herausgestellt wie befürchtet. Es ist zwar nicht so wie bei der Mouse, die man wahrscheinlich einem oberflächlichem Käufer noch als neu verkaufen könnte, aber mit minimalem Aufwand bleibt auch das Taito sauber. Die Laufeigenschaften auf dem Taito Pad sind, wie im 2. Artikel der Serie beschrieben, ausgezeichnet. Nennenswerte Abnutzungserscheinungen gibt es auch keine, was man am besten an der Kante sieht, so mein Handgelenk immer aufgelegen hat. Die ist nämlich immer noch ganz.

Ebenfalls positiv ist, dass das Pad absolut rutschfest ist. Wenn überhaupt, dann eher zu rutschfest, weil mal eben das Mousepad wegschieben ist nicht. Aber das ist kein Kritikpunkt, sondern nur eine Feststellung.

Wer also etwas mehr Kohle in eine Maus investieren will und mit der relativ großen Form der Kone zurechtkommt, der sollte hier definitiv einen Blick riskieren. Die Kone überzeugt schlichtwegs dadurch, dass sie keine Fehler hat, gut in der Hand liegt und zumindest für mich sehr präzise ist. Ich muss jedenfalls wirklich nach Kritikpunkten, die über die genannten Dinge wie die etwas versteckte Macrofunktion hinausgehen, suchen. Wer ein großes und passendes Mousepad sucht und nicht unbedingt ein hartes Pad wünscht, der macht auch bei dem Taito keinen schlechten Griff. Wer wenig Platz hat (beispielsweise an einem dieser kleinen Computertische sitzt), der muss prüfen, ob er nicht ein kleineres Pad nutzen sollte. Insgesamt gibt es daher beide Daumen hoch von mir für die beiden Roccat Produkte – wer in dieser Kategorie einkaufen will, wird hier gut bedient.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+