Hac Attack und T3 Gangs – Evolution eines Konzepts

Seit einiger Zeit sind Close Range Hacs mit Armor Logistics der neue Geheimtip. Das Konzept sieht eine Kampfreichweite von 2-20 km vor, die HACs (vor allem Zealots, Deimos, Ishtars und Munins) werden alle auf Armor getankt und mit Guardians unterstützt. Es werden außerdem entweder Afterburner oder Microwarpdrives gefittet, auch hier gibt es unterschiedliche Konzepte – der Afterburner ermöglich noch bessere Tankeigenschaften, weil die Kombination aus Signatur und Geschwindigkeit ideal ist, der MWD hingegen mehr Möglichkeiten, die Reichweite zu diktieren.

Das alles führt zu einer Gang, die in der Lage ist, schwerere BS Gangs ohne Probleme zu tanken und dank Support von Rapiers und Curses auch aus Nanogangs einzelne Opfer herauszuschießen während man selber dank Buffer und Guardians gegen diese Gang keine Verluste erleidet. Für die Fleetmember ist es darüber eine schöne Abwechslung weil die kleineren Schiffe doch aktiver zu fliegen sind als die BS, mit denen wir sonst unterwegs sind. Zudem wirkt eine solche Gang oft nicht so einschüchternd, so dass man mehr Fights bekommt.

Wir hatten dieses Konzept schon länger in der Schublade – aber im Gegensatz zu Pandemic Legion und einigen anderen Allianzen noch nicht in die Praxis umgesetzt. Anstatt dem Trend nun hinterherzu rennen, entstand vielmehr die logische Weiterentwicklung: was passiert, wenn man die Taktik auf T3 Cruiser ummünzt? Im Gegensatz zu den Hacs haben die Strategic Cruiser ja keine Reichweitenboni. Allerdings ist das Slotlayout deutlich flexibler durch die modulare Bauweise, es ist auch überhaupt kein Problem, Loki, Legion und Proteus einen starken Buffertank zu spendieren.

Es gibt dennoch einige wenige Bestandteile der Gang, die T2 bleiben. Dies gilt vor allem für den Logistic Support. Das T3 Subsystem für Logistics hat den entscheidenden Nachteil, keinen Reichweitenbonus zu bieten. Gerade für die mobile Kampfweise der Cruisergangs ist das jedoch absolut notwendig. Ein anderes Beispiel sind leichte Tackler, die nach wie vor benötigt werden. Zwar kann man dank des Immobility Driver Subsystems mit einer Loki die in der Hac Formation genutzen Rapiers ersetzen, aber mangels Bubble fehlt grad im Nullsec ein elementares Element, dass über Dictors oder Hictors erbracht werden muss. Die Kernregel ist also: Recon und Hacs werden mit T3 Äquvivalenten umgemünzt, der Rest bleibt.

Natürlich hat das Konzept auch einen Nachteil: das Preisschild. Das ist aber nicht so schwerwiegend, wie man erst meinen mag, weil man doch davon ausgehen kann, dass man weniger Schiffe verlieren wird angesichts des stärkeren Tanks. Außerdem, wie wir schon feststellen durften: wer mit einer reinen T3 Gang auftaucht, signalisiert derartiges Selbstvertrauen, dass der Gegner oft nicht gewillt ist, dieses zu testen. Aber dass das Konzept auf verschiedene Arten funktioniert, konnten wir bereits sehen:

Am Freitag erfuhren wir von Cruel Intentions, dass ihre POS unter Beschuss von einer Dead Terrorist BS Gang mit Triage Support. Insgesamt waren wohl knapp 36 Gegner im System, als unsere Gang (leider ohne mich, ich war leider beschäftigt) mit 7 T3 Cruisern, Guardian Support und einigen Tacklern/Bombern den Kampf an eben jeder Pos suchten. Auch wenn recht wenig DPS auf dem Feld war, gelang es doch, den Carrier und einige BS abzuschießen, der Rest konnte sich zurückziehen.

Der Killboardlink gibt leider nur Teile der gegnerischen Gang wieder.

Gestern war ich dann dabei, als wir erneut eine Gang formten. Zunächst erbrachten wir den Nachweis, dass man aus den Nanoshieldgangs auch einiges herausschießen kann ohne Verluste zu befürchten – da wir aber nicht die ganze Gang webben konnten, ist der Rest danach gerannt. Danach bekamen wir mehr oder minder deutlich von einer BS Gang gesagt, dass sie uns nicht fighten würden, weil Rooks and Kings + T3 sie wohl zu sehr eingeschüchtert hatte. So blieb es bei relativ wenigen Abschüssen.

Insgesamt ist es für mich jedenfalls auch ein Grund, mir jetzt doch eine Legion zu organisieren, dumm nur, dass ich relativ abgebrannt bin 😛

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+