Der Paladin im PvP – Über PvP-Speccs, Abhärtung und Arena Mates

Mittlerweile kam von einigen aufmerksamen Lesern die Frage auf, ob ich fernab des Raidens überhaupt noch „aktiv“ WoW spiele. Ja und Nein. Zwar spiele ich in der Tat derzeit recht viel Playstation, da man eben mal wieder alles in WoW schon gesehen hat, allerdings bin ich doch recht häufig in WoW unterwegs, wenn auch nicht mit meinem Priester, den ich in der Tat nur noch zu Raids einlogge. Wenn unternehme ich viel mit meinem Paladin Slethina, den ich mittlerweile zum PvP-Char umgewandelt habe.

Der Disc Priester, mit der richtigen PvP-Ausrüstung, ist zwar auch sehr stark, allerdings gerade zu Beginn mit schlechterer Ausrüstung dem Paladin doch deutlich unterlegen. Denn gerade mit dem Gottesschild kann man den Kampf einmal komplett resetten und sich in Ruhe verarzten, oder um seinen Arenakumpel kümmern, ohne befürchten zu müssen, dass tödlicher Schaden durch die Schmerzunterdrückung dringt. Zudem ist man mit Plattenrüstung vor Angriffen der Meleefraktion deutlich besser geschützt als der stofftragende Priester, auch wenn dieser sehr viel mit seinem Machtwort: Schild wieder wett macht. Zudem ist gerade im 2vs2 die Flamme des Glaubens sehr stark, da dem Priester mit Verbindene Heilung recht schnell der blaue Saft ausgeht. Einmal gesetzt, ist es dem Paladin nahzezu egal, wen er heilt, es werden immer beide Arenateilnehmer am Leben gehalten. Aufpassen muss man nur auf offensive Dispels, damit die Flamme nicht vorzeitig vom Gegner entfernt wird. Ebenso ist der Paladin nicht so manaanfällig wie der Priester. Göttliche Bitte ist bei weitem stärker als der Schattengeist, den man durch dummes Way-Parsing oder Kiten einfach ausschalten kann, und so dem Priester kein nennenswertes Mana spendiert. Zudem ist der Cooldown wensentlich länger als bei der Göttliche Bitte. Sprich: Wo ich beim Priester am Ende permanent OOM war, gehe ich mit dem Paladin stets mit über 50% Mana aus den Duellen.

Mit Freedom, Kings und Blessing of Protection hat der Paladin noch weitere sehr mächtige Tools im Repertoir, die ich nicht mehr missen möchte. Schild & Stamina sind zwar auch nett, aber bei weitem nicht so versatil einsetzbar. Einzig mit dem offensiven Dispel kann der Priester noch punkten, denn den vermisse ich wiederum schmerzlich beim Pala. Für beide Heiler bleibt dabei Fluch der Sprachen die Schwachstelle, denn den lästigen Warlock-Curse können beide nicht entfernen, außer eben wenn es wirklich nötig ist mit dem Gottesschild. Diese Eckpunkte haben mich also bewogen viel Zeit im PvP in den Paladin zu investieren, statt in den Priester.

Denn immerhin habe ich fast mein komplettes Arenaset mit dem Paladin zusammen. Es fehlen nur noch Helm und Chest, sowie Gürtel. Den Rest konnte ich mir dank 1400er Rating im 2vs2 und dem Daily Random BG, wo es Ehre satt gibt, bereits zusammen kaufen. Nächstes großes Ziel sind hier die Arena-Waffen ab einem 1800er Rating, die nochmal ein dickes Upgrade zu meinen PVE-Waffen wären. Im 2er bin ich mit Mem’s DK Amgine unterwegs. Das funktioniert meist auch ganz gut, auch wenn schnell offensichtlich wird, das uns, gerade gegen Teams mit einem Heiler, ein Mortal Strike Effekt fehlt. Hier heile ich meist gegen einen MS an, während Mem den Gegner dank fehlenden MS nicht wirklich unter Druck setzen kann. Gerade gegen Druidenheiler wird diese Schwäche mehr als offensichtlich. Hier soll aber spätestens Cataclysm Abhilfe schaffen, wo der DK ja auch einen MS spendiert bekommt, was die ganze Sache erheblich vereinfachen wird.

Im 3er hatten wir die gleichen Sorgen, weswegen wir uns einen Mate mit MS Effekt organisiert haben: Cervantis, seines Zeichens Schattenpriester. Zwar ist es nur ein 30% MS, aber immerhin besser als nichts, zumal Cervantis alle Gegner einfach zudotten kann, was mit den verteilten DK Seuchen alle Gegner langsam aber sicher verdampft, was den Heiler so unter Druck setzt, dass das Focusziel irgendwann kippt. Gegen das Kiten gibt es entweder Dispels oder Freedom, will ein Meleetrain Cervantis an die Wäsche hilft Dispersion oder Protection weiter. Wir haben zwar noch nicht oft gespielt, aber es war schon viel Gutes zu erkennen, worauf sich definitiv aufbauen lässt, zumal wir alle Drei mittlerweile um die 1000 Abhärtung haben und nicht mehr beim ersten Fliegenschiss das Zeitliche segnen.

Hier sorgen auch die PVP-Speccs für deutlich mehr Stabilität. Ich hab es am Anfang mit meiner Holy-PvE Specc in der Arena versucht, was auf Dauer aber kein Erfolgsrezept darstellt. Ich habe mich nun testweise für eine Holy/Prot 58/13/0 Skillung entschieden, die derzeit auch noch ganz gut funktionert. Sicherlich gibt es hier noch andere Skillung (wer eine kennt, darf mir gerne was empfehlen!), die ich mit mehr gesammelter Erfahrung sicherlich auch noch einmal austesten werde. Allerdings erschien mir diese Skillung einen guten Mix aus Heilpower und defensiven Talenten zu bieten, die mich, gerade zu Beginn, noch etwas härter und weniger anfällig gegenüber Schaden machen.

Wer also ohne großen Aufwand einige Erfolge im BG und der Arena erzielen möchte, ist mit dem Paladin als Heiler definitiv bestens beraten. Zwar kann man mit dem Priester auch sehr erfolgreich im PvP heilen, allerdings ist hier wesentlich bessers Gear und auch mehr Skill (Stichwort: Kiten) erforderlich, um erfolgreich zu sein. Nichts also für Spieler, die nur mal Zwischendurch in den BGs/Arena die Sau mit ihrem Partner rauslassen wollen.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+