Eve Online – Ein Guide zum Thema Explorations

Das Thema Explorations ist ja ein wiederkehrendes hier auf dem Blog, weil es neben dem PVP in Eve meine zweite Beschäftigung ist, der ich gerne nachgehe. Es gibt schon einige Exploration Guides, manche davon veraltet, andere sind auf englisch und dritte unvollständig. Insofern ist das, was nun folgt nicht etwas revolutionär Neues. Dennoch denke ich, ist es wert, aufgegriffen zu werden, weil es denjenigen, die ihr Geld nicht mehr mit Missionrunning verdienen wollen, eine gute Alternative sein kann.

Grundvoraussetzungen

Plexe gibt es in zwei Formen: einerseits als Anomalien, die lassen sich mit dem Onboard Shipscanner finden. Andererseits Signaturen, für die man einen Probelauncher samt Probes benötigt. Anos, wie sie auch kurz genannt werden, sind immer Kampfplexe, in denen mehrere Wellen hintereinander spawnen. In der letzten Welle kann dann mit sehr geringer Chance ein Faction Spawn erscheinen. Noch geringer ist die Chance auf eine Escalation. Was Escalations sind, werde ich später genauer erläutern.

Um Signaturen zu erscannen (und erst damit fängt die eigentliche Tätigkeit als Explorer an), benötigt man einen Core Probe Launcher mit einer Ladung Core Scanner Probes (ein Expanded Probe Launcher kann auch andere Sonden verschießen, die wir aber für Exploration nicht brauchen).  Aber wie geht man nun damit um? Es gibt im Netz verschiedene Scanning Guides und es gibt auch verschiedene Techniken. Ich verwende in aller Regel nur die minimal notwendige Zahl von 4 Probes und verschiebe diese dann in einem Viereck auf einer Ebene. Scannen kann man wunderbar im High Sec üben, wenn es an Zielen mangelt, einfach einen Expanded Probe Launcher einbauen und Combat Scanner Probes nutzen, um Schiffe zu suchen.

Als Plattform für diese Probe Launcher werden in der Regel die T1 Fregatten mit Scanning Boni genommen (z.B. die Heron) oder Cover Ops Fregatten wie die Buzzard. Letztere sind im Low- und Nullsec klar zu bevorzugen, können sie doch getarnt warpen und sind so relativ sicher. Außerdem erhält man über die T2 Frigs einen Bonus auf Scanstrength, was sich wirklich sehr lohnt. Bei schwieriger zu scannenden Plexen ist dieser Bonus schon fast pflicht, sonst erhält man kein anwarpbares Ergebnis. Aber was ist ein anwarpbares Ergebnis? Eines, das man mit 100% erscannt hat UND das von mindestens vier Probes getroffen wird. All das sieht man aber auch im folgenden Video:

Es gibt aber auch eine andere Möglichkeit, zu scannen: nämlich indem man auf ein normales Schiff einen Probe Launcher baut. Wenn man das tut, sollte man aber gute Scanning Skills haben, ansonsten bekommt man die besseren Sites nicht unbedingt auf 100% runter. Helfen kann hierbei die Verwendung von Sister Probe Launchern und vor allem Sister Core Scanner Probes. Letztere kosten knapp 600.000 ISK pro Probe, die ja wiederverwendbar sind, wenn man sie nicht verbummelt oder auslaufen läßt.  Auch Rigs können die Scanstärke erhöhen, allerdings benötigt man die Slots eventuell für andere Dinge, wenn man mit dem normalen Schiff die Sites auch noch absolvieren will.

Die Skills

Erforderlich sind zunächst einmal zum Scannen Astrometics (auf 4), Astrometric Pinpointing, Astrometric Rangefinding und Astrometric Acquisition. Anpeilen sollte man hier All4, gerade im Highsec tut es aber auch All3 für den Anfang, abgesehen von Astrometrics selber. Weiterhin für die von mir vorgeschlagene Vorgehensweise sollten Hacking, Archaelogy und Salvaging auf 3-4 sein, 5 ist natürlich cooler, aber auch recht zeitaufwendig. Schließlich sollte man ein Schiff fliegen können, was die Gegner in den Plexen auch plattmachen kann, und zwar möglichst in einem vernünftigen Tempo und ohne in jedem zweiten Plex zu platzen.

Sitetypen

Es gibt mehrere Sitetypen im konventionellen Raum: Gravimetric, Ladar, Radar, Magnetometric und Unknown Sites. Erstere sind Mining Sites. Sobald man in der Kategorie Gravimetric stehen sieht, kann man das Ergebnis schon ignorieren, wenn man keine Mininggang nebenan stehen hat. Ladar Sites sind in der Regel Gaswolken, die man mittels Gasharvester abbauen kann, was für die meisten Explorer auch eher uninteressant ist. Das Gas benötigt man zum Bauen von Boostern. Allerdings, und das ist der Grund, warum man die Ladar Sites soweit runterscannen sollte, dass man erkennt, was es ist, können sich hier hinter auch Hacking Plexe verbergen. Diese Hacking Plexe können sehr profitabel sein, da sie im Low und Nullsec ein Skillbuch droppen können, das über 200 Millionen ISK wert ist. Allerdings sind diese Plexe auch nicht ganz ohne.

Radar Plexe sind das Brot und Buttergeschäft für erfahrene Explorer. In ihnen gibt es Datacore und Decrypter, die man an Inventer verticken kann, dazu die Racial Encryption Skillbücher (Marktpreis knapp 600.000 – 1 Mio) und BPCs von variablem Wert. Ganz selten können hier auch Faction Tower/Pos Mod BPCs droppen. Ich hab das noch nie erlebt, aber das ist dann natürlich der Jackpot. Der typische Wert einer Hacking Site im Lowsec liegt zwischen 15 und 50 Mio ISK, was recht nett ist, wie ich finde. Auch hier werden die Container wieder von NPCs bewacht und natürlich benötigt man einen Codebreaker auf dem Schiff zum Hacken der Container.

Es kann passieren, dass beim Hacken Gegner spawnen, in dem Fall muss man, wenn man mit zwei Accounts arbeitet und das Hacken von der Covertops machen läßt, diese sehr fix cloaken (vorsicht 2km Abstand zu allen Objekten) oder rauswarpen. Ich habe so schon mehrere Coverts verloren, wenn dann auch noch der Faction Probe Launcher drauf war, beißt man gerne mal in die Tischkante. Das gilt im übrigen für alle Profession Sites.

Wichtig ist weiterhin: wenn man die Site komplett verläßt nachdem man an einen der Container ran gegangen ist mit einem Codebreaker, Analyser oder Salvager, despawnt die Site in wenigen Sekunden. Es reicht ein gecloaktes Schiff auf dem Grid der Site, so dass man, wenn man die Covert beispielsweise nur zum Proben benutzt, diese einfach auf maximale Distanz getarnt reinwarpt und so die Site sichern kann.

Es bleiben noch die Magnetometric Sites. Das sind die Sites, die ich momentan meide. Das hat den Grund, dass sie nur dann lohnen, wenn der T1 Salvage der entsprechenden Faction schon gutes Zeug abwirft aka Armor Plates, Tritanium Bars oder Melted Cap Consoles. Denn dieser Loot oder dessen T2 Version droppt in den Mag Sites. Während also die Serpentis oder Gurista Sites großer Schrott sind, kann sich eine Sansha oder Blood Raider Site lohnen, denn T2 Armorplates gehen für 10-20 Millionen raus. Auch 20 T1 Armorplates machen die Sites halbwegs lohnenswert. Wer dagegen 20 Burned Micro Circuits aus einer Site zieht, der hat seine Zeit verschwendet. Allerdings lohnt es sich, die kommenden Patches im Auge zu behalten, der CSM hat dieses Thema bereits zur Sprache gebracht und scheinbar ist CCP auch der Ansicht, dass die Sites momentan zu schlecht sind. Im übrigen ist es bei den Magnet Sites so, dass man teilweise Analyser und Salvager benötigt. Selbst wenn also nur ein Analyser angezeigt wird, sollte man den Salvager dabei haben. Umgekehrt ist es allerdings so, dass es reine Salvaging Sites gibt (wenn bei der Warpin Message das Salvager Symbol auftaucht). Um das vorher festzustellen, einfach die Site anwarpen und vor dem Warp das Schiff stoppen, so poppt die Meldung auf, ohne dass man in die Site warpt.

Bleiben also die Unknowns. Dabei handelt es sich um Wurmlöcher und Kampfsites. Erstere kann man erkunden, wenn man will oder auch nicht, letztere sind entweder Sites mit den örtlichen Piraten oder Dronen.

Die Unknown Combat Sites – DED Plexe und Escalations

Ich rate dazu, die Dronen Sites auszulassen. Es gibt hier keine Bounty sondern man müßte den Dronenloot mittels Hauler einsammeln, reprocessen und verkaufen, um wirklich Geld zu machen. Zwar droppen am Ende auch T2 Salvage Teile, aber das ist Lotterie und selten wert, sich den Spaß zu geben. Bleiben also die Piraten Sites. Hier gibt es einerseits die DED Sites, die einen ähnlichen Aufbau wie Missionen haben, nur dass sie leichter oder schwieriger sind. Sprich, man hat mehrere Accelleration Gates, Respawn usw. In jeder Stage fallen Overseer Effects an, die man auf Concord Stationen verkaufen kann (oder direkt am Markt, wenn man zum faul zum durch die Gegend schippern ist). Außerdem hat jeder Plex einen zugeordneten Loottable, gemessen an der Schwierigkeit.

1/10 Frig sized C Type (Pithi, Coreli, Centii, Gistii, Corpii) (Plex nur für Frigs betretbar)

2/10 Frig sizec B Type (Plex nur für Frigs und Destroyer betretbar)

3/10 Frig sized A Type (Plex nur für Frigs, Destroyer und Cruiser betretbar)

4/10 Cruiser sized C Type (Pithum, Corelum, Centum, Gistum, Corpum) (Plex nur für Frigs, Destroyer, Cruiser und Battlecruiser betretbar)

5/10 Cruiser sized B Type (Plex für alle sub capitals betretbar).

6/10 Cruiser sized A Type

7/10 Battleship sized C Type (Pith, Core, Centus, Gist, Corpus)

8/10 Battleship sized B Type

9/10 Battleship sized A Type

10/10 X Type

Es gibt nicht für jede Fraktion in jeder Kategorie einen passenden Plex (was zum Beispiel das Fehlen jeglichen Gistum und Pithum B Loots erklärt). Die meisten DED Plexe sind im Netz dokumentiert auf die eine oder andere Art, wer da was findet, sollte einfach mal googlen (ein paar habe ich hier auch schon beschrieben).

Häufiger als die seltenen DED Plexe findet man jedoch die sonstigen Explorations. Die Besonderheit hier ist: es kann ein Faction Gegner spawnen (meistens in der Größe des Plexes, also im Nullsec eher Battleships, im Low Cruiser und im High Sec Frigs), und die Site kann, muss aber nicht, eskalieren. Hierfür gibt es teilweise Trigger in Form von Gebäuden. Das Problem: diese Sites sind nicht perfekt dokumentiert und teilweise muss man einfach mal rumtesten. Vereinzelt benötigt man auch Tags, um bestimmte Gates zu öffnen.

Wenn man keine Escalation bekommt, nicht entmutigen lassen. Wenn man aber eine bekommt, dann erscheint im Logbuch, wo auch die Missionen beispielsweise abgelegt werden, unter Expeditions ein Eintrag. Außerdem bekommt man ein neues Popup auf dem Screen. Expeditions erfordern üblicherweise viel Reisen, 4-6 Sprünge zum nächsten Plex sind üblich, teilweise kann es auch deutlich mehr sein. Der letzte Sprung, teilweise auch der vorletzte kann in die nächst tiefere Secstufe führen (also High ins Low und Low ins Nullsec). Es besteht bei jeder Stufe die Chance auf einen Faction Spawn, aber auch darauf, dass hier Feierabend ist. Hat man Glück, dass man alle Stufen durchspringen kann, erwartet einen am Ende ein Plex, der Loot wie ein DED Plex wirft. Wichtig ist hierbei, dass jeder Ausgangsplex eine feste Eskalationlinie hat, man kann also aus einem Provisional Outpost keine 10/10er Eskalation ziehen.

Schließlich ist es wichtig, zu erwähnen, dass die Eskalations nicht scanbar sind. Nur Schiffe, die sich in dem Plex finden, können aufgespürt werden.

Eskalations sind wie gesagt auch möglich aus Anomalien. Allerdings sind die da sehr sehr selten und keineswegs die Haupteinnahmequelle aus Anomalien.

Geeignete Schiffe

Es gibt wie schon angedeutet zwei Ansätze für Explorations: zwei Accounts und/oder zwei Schiffe, zwischen denen umgestiegen wird oder der Versuch der eierlegenden Wollmilchsau. Ersteres ist dann ziemlich oft die Kombination aus einer Covert Ops, die auch die Profession Module mit sich führt und einem Combat Schiff. Im High Sec bietet sich hierfür eine Assault Frig an, die einerseits jeden Plex betreten kann, andererseits mehr als genug Tank und Gank hat, auch 3/10er gemütlich zu erledigen. Auch 4/10er sollten in aller Regel gehen, sofern man nicht am Ende am DPS scheitert.

Wenn es was Größeres sein soll, greift man gerne auf Battlecruiser zurück, die den Vorteil haben, relativ guten Tank und Gank mit einem gut bezahlbaren Rumpf zu vereinen. Noch effektiver sind einige Hacs, insbesondere die Ishtar, die ich ja schon mehrfach behandelt habe, ist hier zu Recht sehr beliebt. Aber auch eine Zealot, Sacriledge, Vagabond oder Cerberus kann viele Plexe absolvieren. Battleships werden eher weniger verwendet, weil sie relativ langsam sind und in größeren Plexen den kompletten Schaden fressen anstatt ihn zu vermeiden durch eine kleine Signatur und hoher Geschwindigkeit. Dennoch haben auch diese ihren Platz, etwa in den großen Nullsec Combat Plexen. Die Krone aus meiner Sicht ist dann eine Tengu. Man kann hier alle notwendigen Subsystems mitführen, um zu scannen, zu cloaken, aber auch für maximalen DPS. Dazu kommt der Interdiction Nullifier, der das Reisen im Nullsec doch deutlich sicherer macht und die Möglichkeit, einen guten Tank, viel Gank zu fitten und dabei gleichzeitig unauffindbar für feindliche Prober zu sein, wenn man in einer Escalation hängt.

Allerdings, und das muss man bei vielen Schiffen bedenken: wer viel reist, wird bei munitionsabhängigen Waffensystemen um einen Hauler nicht drumrumkommen. Gerade die Tengu jagt in einer Nullsec Escalation Reihe gerne mal 10.000 – 15.000 Schuss durch die Werfer, was mehr ist, als der Cargospace überhaupt fassen kann. Hier können dronengestützte Schiffe wie die Ishtar punkten, wo man nur aufpassen muss, dass man nicht permanent Dronen verliert. Man muss sich auch überlegen, in welchem Raum man unterwegs ist: hat man die Möglichkeit zu docken und zu refitten oder muss man das gleiche Fitting für Combat und Professions Sites und zum Proben nutzen. Je schlechter die Docking Situation ist, desto mehr empfehlen sich zwei Charaktere mit spezialisierten Schiffen. Außerdem ist der Verlust einer Covertops leichter zu verschmerzen als der eines aufgemotzten Hacs/T3.

Ein weiteres Problem beim Plexen: anders als Missionrunning ist Plexing eine Profession mit direktem Wettbewerb – mehr als 2, maximal 3 Prober verträgt keine Constellation, wenn die wissen, was sie tun, denn dann ist alles abgegrast. Mitunter tut auch ein Standortwechsel dann ganz gut. Weiterhin muss man sich immer auf die Besonderheiten des jeweiligen Raums einstellen – ein aktiver Tank bei Blood Raider Plexen ist mindestens ebenso Lotterie wie mit einem trackingschwachen Schiff Sansha Plexe zu fliegen oder nur auf einen Signatur Tank zu vertrauen, wenn man auf einmal 4 Target Painter von Angel Rats auf dem Bauch hängen hat. Gerade ein unerfahrener Plexer wird am Anfang Schiffe verlieren, vor allem, wenn er nicht im Highsec unterwegs ist. Mit der Zeit lernt man dann auch, bestimmte Plexe zu meiden, wenn sie zu gefährlich sind – ein gutes Beispiel ist der Blood Minor Annex, wo man beim Warpin sofort mehrfach gewebbt und leergeneutet wird, wenn man aber den webbenden Scrambler abschießt, spawnt eine zweite Welle mit mehr Scramblern und Neuts. Der Plex funktioniert daher, auch wenns ein Low Sec Plex ist, nur mit einem enormen capfreien Shieldtank (der dummerweise EM/Thermal halten muss, was für Schildtanker ja eher schlecht ist) oder mit einer Logistic, die vor jedem Spawn rauswarpt und einem Buffertank, der Stageaggro eine Weile halten kann.

Im Großen und Ganzen ist Plexing eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit, die aber nicht geeignet ist, auf Kommando ISK zu generieren. Denn erst wenn der Loot sicher nach Jita gebracht und verkauft ist, klingeln die Kassen. Und ob man sofort am ersten Tag dick Kohle macht, ist keineswegs gesagt. Ich habe Tage, da mache ich vielleicht 20 Mio ISK pro Stunde, an anderen generiere ich über den Abend einen Schnitt von über 100. Ich glaube, dass ein guter Missionrunner im Highsec wahrscheinlich im Schnitt mehr Kies macht, allerdings zu dem Preis, dass er eine in meinen Augen (achtung, subjektiv!!!) langweiligere Tätigkeit betreibt.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+