Eve Online – Lambs and Lions

Heute möchte ich über etwas schreiben, was man zugegebenermaßen sehr unterschiedlich sehen kann. Es geht darum, wann man in Eve kämpft und wann eher nicht. Es gibt sicherlich das Extrembeispiel, dass man einfach nur sinnlos Schiffe wegschmeißt. Wobei selbst das unter gewissen Umständen geboten sein kann, wenn man das Ganze als Statement sieht (aka man geht mit fliegenden Fahnen unter). Aber andererseits gibt es viele Situationen, wo Kämpfe nicht stattfinden, weil eine der beiden Seiten einen halbwegs ausgeglichenen Fight scheut. Es gibt manchmal Situationen, die natürlich unterschiedlich beurteilt werden können, der eine überschätzt Logistics gerne, der andere vernachlässigt sie, man weiß nicht genau, wie der feindliche Ewar und das Neuting aussieht, man hat Angst vor möglicher Verstärkung oder ähnliches.

Im Endeffekt gilt der Grundsatz, dass man kalkulierte Risiken eingehen sollte, mit Blick auf das, was man verlieren kann, aber auch das, was man mit den eigenen Mitteln erreichen kann. Ich behaupte, natürlich stark durch die parteiische Brille gesehen, dass wir bei Rooks and Kings relativ aggressiv vorgehen. Mit anderen Worten, wir gehen so ziemlich alles an, wo die Zahlen nicht von vorneherein klar gegen uns sprechen oder die Gefahr eines Hotdrops zu hoch sind. Letzteres minimieren wir oft einfach, indem wir auf T3/Guardians umsteigen. Natürlich kann man sagen, dass auch wir teilweise unseren Anteil daran haben, dass das risikofreie PvP um sich greift, insbesondere, weil wir doch sehr sehr viel mittlerweile mittels Titanbridge angreifen. Dadurch wird dem Gegner jede Möglichkeit genommen, uns zu scouten, wenn er nicht zufällig unseren Cynoalt kennt.

Andererseits ist das für uns teilweise die einzige Möglichkeit, bestimmte Gegner zu greifen zu bekommen. Der Unterschied ist aber der, dass es durchaus auch bei uns in der Gegend einige Corps gibt, die nur auf Ganks aus sind und nichts angreifen, von dem sie nicht überzeugt sind, dass sie es ohne Verluste abrauchen können. Das Problem ist, dass diese Haltung scheinbar immer mehr zunimmt. Teilweise kann man das sicherlich verstehen, aber warum Corps mit sehr alten Membern und Supercaps nicht einmal Willens sind, eine BC Gang zu riskieren, entzieht sich meinem Verständnis.

Im Endeffekt habe ich zumindest kleinere T1 Fleets immer als Möglichkeit gesehen, einmal mehr zu riskieren, auch einmal Losses zu riskieren, wenn man die Chance hatte, unterm Strich als Sieger hervorzugehen. Gerade die engen Kämpfe sind doch die, von denen man auch in einem Jahr noch erzählt. Wie man Risiko und Chancen gut ausbalancieren kann, zeigen unsere T3 Gangs. Einerseits sind die sehr teuer, andererseits ist man nicht gleich chancenlos, wenn der Gegner, wie in neuesten Fall Invicta mit Supercapitals eskaliert. Was war passiert? Wir hatten gesehen, dass Invicta/ADHD eine Pos in Agoze abgerissen haben. Für uns eine Chance, einen Fight zu bekommen. Mit einer mittelgroßen Gang sprangen wir in die Gegner, die leider schon einige Schiffe weggewarpt hatten. Einige weitere flüchteten beim Ploppen des Cyno, eine zunächst verständliche Handlung. Es entbrannte ein guter Kampf zwischen den BS auf der einen Seite und uns auf der anderen. Allerdings hatten die Gegner nur 3 Guardians auf dem Feld, von denen wir eine abschießen konnten. Die Gegner verloren außerdem noch drei Battleships und eine Cyno Rapier, die sie dazu nutzten, nach dem Verlust der Guardian mehrere Supercarrier hereinzucynoen. Wir hatten vorher schon unsere Claymore verloren und gingen nun auf Distanz. Die Fighter der Gegner setzten uns dabei zwar noch ein wenig zu, aber mangels Webs mit großer Reichweite bekamen wir alle Schiffe auf 60 km heraus und warpten dann vom Schlachtfeld.

Wir wußten, dass Invicta eskalieren kann. Wir rechneten auch damit. Insofern wählten wir ein passendes Gangformat und griffen an. Ich freue mich übrigens sehr drüber, dass die alten Cry Havoc Corps zumindest teilweise wieder aktiv sind, das waren immer gute, gefährliche Gegner, an denen man sich und seine taktischen Ideen messen konnte.

Die Moral der Geschichte: rise and rise again, until lambs become lions.

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+