Star Trek Online Missionen – Ground Combat und Space Combat – Ein Fazit aus der Beta

Mit diesem dritten Bericht will ich meinen Eindruck zur Open Beta von Star Trek Online langsam zu Ende bringen, zumal die Server seit Heute Nacht sowieso runtergefahren wurden, die Open Beta also offiziell vorbei ist. Nun heißt es warten auf den Star Trek Online Head-Start, der für alle PreOrder Kunden am 29.1 beginnen wird.

Um an die Officer Skill Points und Bridge Officer Skill Points zu gelangen, die letztlich fürs Voranschreiten im Level benötigt werden, ist der schnellste Weg, wie bei vielen anderen MMOs auch, das Questen. Als erster Ausgangspunkt dient hierbei die Sternenbasis der Sternenflotte im Sol-System. Hier gibt es diverse Händler, bei denen man Waffen für sein Schiff, sich selbst, oder die Bridge Officers erwerben kann.

Aber auch Modifikationen am Schiff, oder der eigenen Uniform können hier vorgenommen werden, sogar neue Rekruten für die Brücke stehen zur Verfügung. Das alles kostet Merits, Sternenflotten Ansehen, das man durch das Abschließen von Mission erntet. Energie Credits ist die zweite Form von Währung, die man in STO benötigt. Durch das Verkaufen von Loot, dass bei Gegnern droppt, bekommt man beim Verkauf am schiffseigenen Replikator Energie Credits gutgeschrieben, die man direkt wieder für andere Sachen, wie z.B. Consumables, ausgeben kann.

Neben diversen Vendorn stehen auch Questgeber auf der Station bereit, die man nach dem ersten Kontakt jederzeit im Weltraum via der Option „Hail Starfleet“ anfunken kann. Für neue Quests, oder dem Abschluss einer Questreihe, müsst ihr also nicht jedes mal zurück zum Ausgangspunkt. Die erste Schwierigkeit und wohl auch meistgestellteste Frage war, wo sich denn der Questgeber Admiral Sulu befindet. Die Hilfe führt einen in die Bar, war der dekorierte Admiral Sulu allerdings nicht zu finden ist. Direkt um die Ecke ist allerdings der Turbolift zum Admiralsquartier, wo man letztlich Sulu samt neuen Quests findet.

Die Quests unterteilen sich dabei in zwei Arten von Gameplay: Ground Combat und Space Combat.

STO Space Combat
Wie es der Name schon sagt, man fliegt mit seinen Schiff im Weltraum und erledigt dort Missionen. Zuvor muss man sich jedoch seinen Weg zum Zielort bahnen, was für viele Spieler schon zu kompliziert war. Da es keinen Autopilot gibt, muss man sich seinen Weg selber raussuchen. Dazu steht einem im Spiel die Sternenkarte zur Verfügung.

Ein Beispiel:
Wir befinden uns im Sol System und müssen in den Qo’Nos Sector. Als erstes muss man das Zielsystem auf der Karte finden. Alpha oder Beta Quadrant? Mehr Quadranten stehen derzeit leider noch nicht zur Verfügung, aber hier hat das Spiel Potenzial quasi beliebig erweitert zu werden. Hoffen wir, dass es nach Hinten raus genutzt wird.
Q’nos liegt im Omega Leonis Block im Beta Quadranten. Doch wie komme ich dort hin, wenn ich nicht direkt das Endziel anfliegen kann? Man muss sich also von Cluster, Sektor und Block Richtung Endziel bewegen.
Also vom Delta Volanis Cluster, in den Eta Eradani Block, wo übrigens die Spacestation Deepspace K7 ist, die auch meistens nicht gefunden wird, rüber in den Omega Leonis Block, wo der Qo’nos Sector zu finden ist. Eigentlich ganz einfach, wenn man das Prinzip verstanden hat.
Quadrant – Cluster – Block – Sector

Genug zur Navigation, zurück zu den Space Combat Missionen. Escort, Patrol, Explore, alles ist dabei. Das Schiff wird mit WSAD aktiv geflogen, ein großer Pluspunkt gegenüber EvE-Online. Im Kampf muss man dabei auf seine Schilde achten, die man je nach Angriff nach vorne, hinten, links oder rechts verstärken kann. Ebenso sollte man durch geschickte Flugmanöver den Feind immer an der selben Stelle treffen, um so gezielt das Schild zu schwächen, um letztlich in die Hull, die Schiffshülle, vorzudringen. Durch den aktiven Flug, den Einsatz der eigenen Schilde, dem gezielten beharken von entstandenen Schild-Schwachstellen beim Gegner, machen den Flug recht taktisch und vor allem spaßiger als bei EvE-Online. Dazu kommt natürlich der Einsatz der Fähigkeiten, die man durch Klasse, Skillung, Schiff und Bridge Officers noch zusätzlich bekommt. Ich als Science Officer konnte sehr viel EW (Electronic Warfare), wie z.B. Jammen, Shield harden (einem Verbündeten das Schild verstärken) und den Tractor Beam (zum verlangsamen des Gegners) benutzen, oder gezielt Schilde und Waffen beim Gegner mit meinen Angriffen außer Gefecht setzen.

Insgesamt bestehen die Flugmissionen zu 80% aus „knall was weg“ bzw. „beschütze/erkunde und knall dabei alles weg“ und zu 20% aus „einfach mal vorbei schauen und mit wem reden / was vorbei bringen“.
Sicherlich passt diese agressive Grundhaltung nicht unbedingt zum Hintergedanken von Star Trek, allerdings soll es ja primär ein Spiel sein, was Spaß macht. Ich denke, dass stundenlange Friedensverhandlungen in endlosen Dialogen nicht unbedingt geeignet wären für ein MMO. Hier wurde also klar der Fokus auf Action gelegt, die taktisch und effektreich in Szene gesetzt wird.

STO Ground Combat
Im ähnlichen Verhältnis stehen dabei die Bodenmissionen, bei denen man sich auf einen Planeten, oder Schiff, beamen muss. Auch hier wird zu 80% gekämpft, zu 20% verhandelt und erforscht. Immer mit dabei sind die Bridge Officer, die auch am Boden mit ihren Fähigkeiten aktiv ins Kampfgeschehen eingreifen. Auch hier gilt es sich taktisch zu positionieren, da Flankenangriffe mehr Schaden verursachen. Leider ist die Wegfindung der NPC-Gefährten nicht immer astrein, so dass die Kollegen öfters bei der Wegfindung in Kurven oder Objekten stecken bleiben und dann nicht mehr folgen können. Kritisch, wenn man selbst vorprescht und 6 Klingonen angreift, nur um dann festzustellen, dass der Rest der Gruppe noch in der ersten Kurve steckt und man niemanden hat, der das Personal Shield auflädt, heilt, oder zusätzlichen Schaden verursacht. Gerade in engen Schiffsgängen ist dieses leider öfters zu beobachten.

Fazit:
Das way parsing der Bridge Officer ist ehrlich gesagt fast der einzige Kritikpunkt der mir einfällt. Die Grafik ist ok, wenn auch nicht bahnbrechend. Wobei die Qualität im Weltraum deutlich besser ist, als die am Boden. Die Missionen/Quests sind allesamt recht ansprechend, in kurzen Storylines verpackt, und dauern zwischen 45-90 Minuten. Also fast so wie die Serienvorbilder.

Die Erklärung der Skills und Talentbäume könnte etwas genauer ausfallen, da Nicht-Space MMO Spieler und nicht Star Trek Kenner mit den knappen Beschreibungen überfragt sein könnten. Wer EvE-Online kennt, wird sich zurecht finden.

Ob es dem EvE Spieler oder Fan gefällt? Jaein. Was STO definitiv nicht bietet, ist Trading und massiven „playerdriven“ Content. Dafür ist der PvE-Part bei STO deutlich besser als bei EvE. Zudem ist die Steuerung wesentlich erfrischender als bei EvE, da man nicht nur mit der Maus im Space rumklickt, orbitet, oder Keep at Range benutzt, sondern aktiv fliegen muss.

Den Weg zu den Quests über die Sternenkarte selber zu finden ist gut gelöst, auch wenn es viele anscheinend überfordert. Es hat aber definitiv was vom Star Trek Erkundungscharakter, dass genau dieser Prozess nicht automatisiert wurde und man sich seinen Weg selber aus dem Gewirr von Clustern, Blocks und Sectoren suchen muss. Man ist Captain und muss selber den Weg finden. Katherine Janeway hat es ja schließlich auch geschafft, und die hatte nicht mal eine Karte 😉

Wenn STO jetzt noch am Ende einen ordentlichen PVE Endgame Content aka Raids bietet, oder aber zumindest regelmäßig um Quadranten, mit neuen Aufgaben und Missionen, erweitert wird, so dass die Langzeitmotivation gesichert ist, könnte das Spiel wirklich der Kracher werden.

Es macht mir lediglich ein wenig Angst, dass, genau wie bei Aion, keiner so recht weiß, was einem im Endgame erwartet, bzw. ob es überhaupt schon vorhanden ist. Genau so gut könnte mit dem Erreichen des maximalen Levels und dem Kauf des Tier 4 Schiffs dass Spiel schon vorbei sein, da weder Weiterentwicklungsmöglichkeiten vorhanden sind (einen höheren Rang als Admiral gibt es in ST nunmal nicht; wenn könnte es nur mit besseren Schiffen ala BattleShips / Titans / Dreadnoughts weiter gehen), und Raids, die mit gutem Loot für den Charakter und das Schiff winken, nicht existent sind. Allerdings zeigen die ersten FleetOps bereits, wie ein möglicher EndGame Raidcontent aussehen könnte. Denn einen Kampf gegen einen Dreadnought kann man schon jetzt nicht alleine gewinnen.

Schade ist jedoch, dass die Option verworfen wurde, mit mehreren Spielern auf nur einem Schiff als gemeinsame Crew dienen zu können. Dieses wurde ja nun durch die NPC Bridge Officer ersetzt. Sicherlich ist das Spiel dadurch eine ganze Ecke massentauglicher und solo-spielerfreundlich geworden, aber ein Nischenprodukt, wo essezives Teamplay benötigt worden wäre, wäre in meinen Augen auch toll gewesen.

Der Kritik vom Itemgelaber kann ich mich also nur zu Teilen anschließen. Ok, mit dem Schiff am Boden zu stehen, oder mit der Figur im Weltraum, nervt ein bisserl, ist aber (denke ich) eher lagabhängig, da es nur zu „Spitzenzeiten“ bei mir aufgetreten ist. Einen Server, zumindest ist es auch so bei EvE-Online und funktioniert seit Jahren erfolgreich. Aufgrund der unterschiedlichen Sternen-Systeme kann man prima instanzieren, bzw. Serverlast im Cluster separat verteilen. Ein schlechter Ping sollte dank Breitbandverbindungen eigentlich kein Thema mehr sein, lediglich bei Massenschlachten wird es hackelig. Zusatzitems, Collectors Editions etc.pp ist mittlerweile gang und gebe, so lange es nur der Optik dient, hab ich gegen so etwas nichts. Sauer stößt ledichlich der Punkt auf, dass ein Respecc auch Geld kosten soll. Für ein mal Verklickt will ich nicht extra zahlen müssen. Hier hört der Spaß dann auf.

Ich freue mich auf jeden Fall wahnsinnig auf Freitag und bin gespannt, wie lange es dauert, bis man irgendwann den maximalen Rang, also Admiral Grade 10, erreicht hat, um dann mit seinem T4 Schiff durch den Weltraum zu fliegen, to boldly go, where no man has gone before.

Engage!

Marcus Lottermoser
Streamer/YouTuber/Redakteur at Myself
Jahrgang '79, seit Ende der '80er nerdiger Gamer. Absolvierte die Ausbildung zum Editor bei der Computec Media AG (PC Games) in Fürth. Kommunikationsdesigner durch die School of Life, Streamer und YouTuber aus Leidenschaft! Google+